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Eschede Tränenreiches Verwirrspiel um Kater Puschel
Celler Land Eschede Tränenreiches Verwirrspiel um Kater Puschel
17:14 29.02.2012
Kater Puschel mit Besitzerin Jutta Pophal. Quelle: Amelie Thiemann
Eschede

Kater Puschel räkelt sich im winterlichen Sonnenlicht. Sein getigertes Fell schimmert in verschiedenen Brauntönen und seine grünen Augen beobachten aufmerksam das Geschehen um ihn herum. Auf einem Stuhl liegt für ihn ein Handtuch, auch auf dem Sofa hat der Kater seine eigene Decke. Besitzerin Jutta Pophal kümmert sich gut um ihren Stubentiger, nach einem traumatischen Erlebnis im vergangenen Jahr vielleicht noch ein kleines Bisschen mehr.

An einem Septembertag vergangenen Jahres kommt Pophal mittags von ihrer Arbeit bei einem ambulanten Pflegedienst nach Hause. Sie möchte nur für eine Stunde durchatmen, bevor es mit ihrem Dienst weitergeht. Dann die schreckliche Nachricht: Kater Puschel ist tot. Die Nachbarin hinterließ sie auf dem Anrufbeantworter. Geschockt geht Pophal zur Nachbarin, auf deren Auffahrt Puschel tot aufgefunden wurde – vermutlich überfahren von einem Autofahrer. Als die Katzenbesitzerin ihren leblosen Puschel sieht, ist sie sich sicher: „Das ist mein Puschel, da gibt es keinen Zweifel.“

Unter Tränen nimmt sie den Kater mit, legt ihn vorerst in die Garage, um ihn nach der Arbeit zu beerdigen. Eine Freundin rät Pophal, alle Andenken an die Katze zu entfernen, um nicht permanent an den Verlust erinnert zu werden. Pophal stimmt zu, sucht noch immer traumatisiert Körbchen, Näpfe, Decken zusammen und verstaut sie in der Garage. Dann das Unglaubliche: Puschel sitzt mitten auf der Einfahrt, wartet auf sein Frauchen. „Mir blieb das Herz stehen“, beschreibt Pophal die Begegnung mit dem tot geglaubten Puschel. „Ich dachte, jetzt fange ich an zu spinnen.“ Die Katze in der Garage ist nicht Puschel. Puschel lebt, maunzt, möchte ins Haus gelassen werden. Pophal kann Puschels Rückkehr gar nicht fassen. „Das alles passierte in einer knappen Stunde“, erinnert sie sich an den Tag zurück. Extreme Emotionen, von am Boden zerstört zu wahnsinnig glücklich.

Nach der Arbeit begräbt die Katzenfreundin die tote Katze aus ihrer Garage. Die sieht Puschel zum Verwechseln ähnlich. Kurz danach meldet sich Pophals Nachbarin, Ilse Scheimann, die ihre Katze vermisst. Der Irrtum klärt sich auf, Scheimann besteht darauf, ihre Katze mitzunehmen und auf ihrem Grundstück zu beerdigen. Den Wunsch erfüllt Pophal ihrer Nachbarin. „Die Katzen sahen sich unglaublich ähnlich.“ Puschel streckt sich, gähnt. Er scheint nicht zu wissen, welchen Wirbel er ausgelöst hat.

Wer mit seinem Haustier in der CZ vorgestellt werden will, kann sich unter der E-Mail-Adresse c.zimmer@cellesche-zeitung.de melden. Einfach die Kontaktdaten angeben (Name, Adresse, Telefonnummern) und ein paar Zeilen über das Haustier und das besondere Verhältnis zu ihm schreiben. Dabei muss es sich nicht nur um Hund oder Katze handeln, sondern darf auch ruhig etwas exotischer sein. (ath)

Von Amelie Thiemann