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Eschede Unterstützer gesucht: Ronja aus Eschede sammelt für neue Delfin-Therapie
Celler Land Eschede Unterstützer gesucht: Ronja aus Eschede sammelt für neue Delfin-Therapie
13:18 23.12.2016
Ronja Piehl sammelt Stifte und „Quetschies“, um erneut eine Delphin-Therapie besuchen zu können. Stolz präsentiert die Elfjährige  ein Foto von ihrem letzten Schwimmen mit einem Delfin. Quelle: Oliver Knoblich
Eschede

Ronja und ihr Bruder wurden 2005 geboren. Während sich Niclas normal entwickelte, stellten die Ärzte bei dem Mädchen erst nach Monaten Mikrocephalie fest, eine Kleinwüchsigkeit des Kopfes, die die Entwicklung verzögerte und einschränkte. Die Mediziner prophezeiten, dass Ronja nie sprechen oder laufen könne. Das hat sich längst als falsch herausgestellt, aber Tatsache ist, dass Ronja viele Dinge in ihrem Leben nicht alllein bewältigen können wird.

Die Eltern setzten alle Hebel in Bewegung, suchten nach Therapie-Möglichkeiten, tauschten sich mit ebenfalls Betroffenen aus. Als ein hoffnungsvoller Ansatz ergab sich eine Delfin-Therapie. Die sensiblen Wasserbewohner haben einen besonderen Zugang zu Menschen und vermögen sie zu mobilisieren. Bei zwei kurzen Delfin-Therapien in Spanien im Mai 2012 und im Oktober 2014 stellte die Familie das auch fest.

Im Sommer 2015 flog die ganze Familie auf die Karibikinsel Curaçao. Während der zweiwöchigen Therapie im Curaçao Dolphin Therapy Research Center (CDTC), in die die ganze Familien eingebunden war, war Ronja zwei Wochen lang jeden Tag mit Kanoa, einem jungen Delfin im Wasser und machte mit ihm unter Anleitung einer Psychologin Übungen, schwamm und tauchte.

Nach der Rückkehr stellte die Familie fest, dass Ronja ruhiger geworden war, sie sich besser konzentrieren konnte und sich ihre Sprache gebessert hatte. Deshalb stand im vergangenen Jahr für die Familie schnell fest: Wenn sie das Geld noch mal zusammenbekommen, soll für Ronja im Sommer 2018 eine erneute Delfin-Therapie auf Curaçao stattfinden.

Die Wirkung der Delfin-Therapie habe sich gerade bei Ronjas Wahrnehmung bestätigt, sagt Melanie Tinney-Piehl heute, knapp anderthalb Jahre später. Auch sei ihre Tochter vom Sprachverständnis her inzwischen viel weiter. „Sie löst sich von uns“, sagt Tinney-Piehl mit Blick auf Ronjas zunehmende Selbstständigkeit. Sie gehe zum Beispiel allein zu den Treffen der Kinderfeuerwehr, bei der sie Mitglied ist.

Rund 15.000 Euro wird eine weitere Delfin-Therapie kosten, die Krankenkasse gibt keinen Zuschuss. Deshalb werden jetzt Stifte und die sogenannten Quetschies gesammelt. Pro Stück hat eine Recyclingfirma der Familie eine Spende von zwei Cent versprochen. Jetzt werden viele Mitsammler gesucht.

Von Joachim Gries