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Eschede Von Flüchtling bedroht: Eschederin fühlt sich im Stich gelassen
Celler Land Eschede Von Flüchtling bedroht: Eschederin fühlt sich im Stich gelassen
17:11 03.11.2017
Von Christopher Menge
BildunterschriftBildunterschrift Quelle: Fotocredit
Eschede

Daher sollte Muhsin am vergangenen Montag eigentlich in eine Einrichtung für Alkoholkranke gebracht werden, doch daraus wurde nichts. "Die Einrichtung hat uns mitgeteilt, dass sie es doch nicht leisten können, Muhsin aufzunehmen", sagt Ingo Lumpe, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Bildung und Jugend der Gemeinde Eschede. Nach CZ-Informationen wurde daraufhin versucht, Muhsin, der im Oktober 2016 in das Haus an der Rebberlaher Straße einzog, in Höfer unterzubringen – auch das scheiterte.

"Unter Alkoholeinfluss ist Muhsin eine tickende Zeitbombe", sagt Wind, die unter Schlafstörungen leidet und "wegen des Terrors" schon vier Wochen krankgeschrieben war. Sogar Morddrohungen soll der Sudanese gegen die 37-Jährige ausgesprochen haben. "Ich musste ihn schon mal wegziehen", erzählt der 17-jährige Nico Bertram, der mit Wind befreundet ist. Die Eschederin fühlt sich von der Gemeinde allein gelassen. "Ich bin dem ausgesetzt", sagt sie. Unterstützung habe sie bisher nur von Kreisrat Bernd Niebuhr erhalten, der ihr riet, ein Annäherungsverbot zu erwirken. "Ich habe alles getan, was möglich ist – jetzt ist die Gemeinde in der Verantwortung", sagt Niebuhr.

Die Kritik von Wind, dass von der Gemeinde nichts getan werde, weist Lumpe allerdings entschieden zurück. "Es wird viel hinter den Kulissen gearbeitet", sagt er. "Aber wir müssen uns an die Gesetze halten und können Muhsin nicht einfach wegsperren." Vielleicht seien die Gesetze nicht ausreichend, aber das Problem sei, dass Suchtkranke oft zu ihrem Glück überredet werden müssten.

"Seitdem Muhsin wieder in Eschede ist, hat es keine Vorfälle gegeben", betont Lumpe. Sollte sich der Sudanese erneut dem Annäherungsverbot widersetzen, droht ihm wieder eine Zwangseinweisung. Die Angst von Wind und ihrer Tochter wird durch diese Androhung aber nicht gemindert. Sogar einen Umzug hat die Familie schon in Betracht gezogen. "Was muss noch passieren, bis etwas passiert?", fragt die Kommissioniererin.