Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Eschede Wildkamera bestätigt Wolf im Escheder Raum
Celler Land Eschede Wildkamera bestätigt Wolf im Escheder Raum
17:52 03.02.2014
Nach fünf Tagen sucht der Wolf seinen Rotwildriss in der Nacht wieder auf. Quelle: Joachim Gries
Eschede

Und es gab viele Fragen zur Entschädigung für Nutztierhalter, Krüger bat um Verständnis dafür, dass es seine Zeit dauere, bis die entsprechende Richtlinie mit den Verbänden abgestimmt sei und in Kraft treten könne.

John sagte, dass er nach der Veranstaltung viele positive Rückmeldungen erhalten habe. Fragen seien beantwortet und Ängste genommen worden, sei ihm bestätigt worden. Am vergangenen Sonntag hatte John auch beim Neujahrsempfang der Escheder CDU über die Wölfe informiert und bekannt gegeben, dass in der Region drei glaubwürdige Sichtungen von zwei Wölfen gemeldet worden waren. Nach den jüngsten Schneefällen begab sich John auf Fährtensuche und konnte das anschließend bestätigen. Zu einer Wolfsfährte, die er verfolgte, stieß seitlich eine zweite Spur hinzu.

Nachdem ihm in der vergangenen Woche ein Rotwild-Riss gemeldet worden war, postierte John in geringer Entfernung zwei Wildkameras. Einige Tage zeichneten die Kameras Bilder von Kolkraben und Seeadlern auf, die sich an dem Kadaver sattfraßen. Auch hielt sich neben dem getöteten Tier wieder Rotwild auf. „So etwas wie Trauer gibt es in der Tierwelt nicht“, kommentierte der Wolfsberater das Verhalten. Am Mittwoch, nach fünf Tagen, stellte sich auch der Wolf wieder ein und zog die Reste des Tiers in die Dickung. Dabei schoss die automatische Kamera die Bilder.

Jetzt sollen Urinproben untersucht werden, die John im gefrorenen Schnee einsammelte. Sie sollen Auskunft geben, woher die Wölfe kommen. So hat die Auswertung der DNA ergeben, dass es ein Wolf aus Brandenburg war, der im Oktober vergangenen Jahres in Grünhagen bei Bienenbüttel Schafe riss, und nicht etwa ein Beutegreifer aus dem Rudel vom Truppenübungsplatz Munster.

Dem großen Interesse am Wolf will auch das Umweltministerium in Hannover Rechnung tragen. Mit Hochdruck werde an einem Flyer für Jedermann gearbeitet, sagte Ministeriumssprecherin Inka Burow der CZ. Zudem werde eine „Handreichung“ für Kommunen erstellt, die darin erfahren sollen, wie mit dem Wolf umzugehen ist, wenn er auftaucht. „Für den Wolf kann man nichts tun, außer ihn in Ruhe lassen“, sagte Wolfsberater John.

Von Joachim Gries