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Eschede „Wir sind stolz auf unseren Bahnhof“
Celler Land Eschede „Wir sind stolz auf unseren Bahnhof“
17:32 06.08.2010
Rebecca Barthelt ist stolz auf den neuen Bahnhof Eschede, an dem gerade ein IC vorbeifährt. Quelle: Udo Genth
Eschede

Das ist schade, denn Eschede ist ein lebendiger Ort, er liegt an einer Hauptstrecke, die als Bahnlinie Celle–Harburg am 1. Mai 1847 eröffnet wurde. Das damalige Bahnhofsgebäude war eine „Standardausführung“ der Königlich Hannoverschen Staats-eisenbahn, zeigt jedoch durch seine architektonische Gestaltung die Bedeutung Eschedes an. Bemerkenswerterweise hiel-ten seinerzeit sechs gemischte Züge (für Personen und Güter) in Eschede, um 1850 wurden daraus reine Personenzüge. Der gesonderte Güterzugverkehr hielt sich noch bis zum Jahr 1991. Neue Gleise, Rampen und Lagerschuppen sowie ein Bahnbetriebsgebäude wurden im Laufe der Zeit errichtet, Eschede war eine wichtige Station. Daran änderte sich nichts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Doch in den letzten Kriegstagen explodierten nach Tieffliegerbeschuss im Bahnhof abgestellte Munitionswagen. Es gab Tote und Verletzte, die Druckwelle zerstörte viele Häuser der nahen Umgebung.

Nach dem Krieg stieg die Bedeutung des Personenverkehrs zunächst rapide an, um dann etwa ab Mitte der 1960er Jahre ebenso schnell zu sinken. Das bisherige Bahnhofsgebäude wurde 1977 abgerissen und stattdessen ein schmuckloser einstöckiger Bau mit Flachdach gesetzt. Der war nach Ansicht der damaligen Bundesbahn auf den Bedarf zugeschnitten, hatte aber weder einen geschlossenen Warteraum noch ein WC. Das passte den Reisenden und Einwohnern gar nicht. Nach Beratung fasste der Gemeinderat einhellig den „mutigen“ – wie Bürgermeister Günter Berg ihn charakterisiert – Beschluss, alle Bahnhofsgebäude zu kaufen. Unter Einbeziehung des Flachbaus wurde ein ansprechendes Gebäude errichtet. Neu in ihm sind neben Warteraum und WC ein Reisebüro sowie ein Bistro. Das allerdings wurde inzwischen aufgegeben, jetzt ist darin die Einrichtung eines Naturpark Informations- Zentrums (NIZ) geplant. Dessen Eröffnung ist für 2011 vorgesehen, teilt der Bürgermeister mit.

„Wir sind stolz auf unseren Bahnhof“, sagt Berg. Eschede habe als Station in der Mitte zwischen Hannover und Hamburg ein lebendiges, freundliches Bahnhofsgebäude, das der Bedeutung der Gemeinde gerecht werde und ins Umland ausstrahle. Bergs Mitarbeiterin Rebecca Barthelt freut sie sich über die guten Zugverbindungen nach Hannover und Hamburg. Immerhin bestehen von Eschede aus 19 Verbindungen in beide Städte.

Von Udo Genth