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Eschede Zufahrt zu Nahtz für Protest tabu
Celler Land Eschede Zufahrt zu Nahtz für Protest tabu
17:45 19.08.2010
Gestern standen noch Rindviecher auf der Weide, morgen ist alles voller Hornochsen Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Eschede

Das sind die wesentlichen Ergebnisse des Kooperationsgesprächs, das Vertreter von Landkreis und Polizei gestern mit dem Anmelder der Demonstration geführt haben. Olaf Meyer von der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen hatte den Demonstrationszug vom Bahnhof zu der Straße „Am Dornbusch“ gegenüber der Zufahrt zum Hof Nahtz führen und dort eine Kundgebung abhalten wollen. „Der Nachtbereich macht Probleme“, sagte gestern Kreisdezernent Michael Cordioli. Es sei nicht auszuschließen, dass Demonstranten im Schutz der Dunkelheit versuchten, zum Hof Nahtz vorzudringen.

Meyer nannte die Einschränkungen durch den Landkreis unakzeptabel. Gestern Abend wollten antifaschistische Gruppen aus Niedersachsen über das weitere Vorgehen beraten. Meyer forderte den Landkreis auf, das Konzert zu verbieten, zum Einen wegen der Nähe zum Todestag von Rudolf-Heß, der sich am 17. August 1987 im Gefängnis umbrachte und in Neonazi-Kreisen als Märtyrer gilt, zum Anderen, weil mit „Oidoxie“ und „Endless Pride“ zwei Bands auftreten, die dem in Deutschland verbotenen Rechtsextremen-Netzwerk „Blood and Honour“ nahe stehen.

„Uns liegen im Vorfeld keine Erkenntnisse vor, dass es während des Konzerts zu Straftaten kommen wird“, sagte Cordioli. Gleichwohl werde die Veranstaltung beobachtet und eingeschritten, wenn Verstöße festgestellt werden.

Von Joachim Gries