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Eschede Zurück zu den Wurzeln in Habighorst?
Celler Land Eschede Zurück zu den Wurzeln in Habighorst?
19:29 23.09.2016
Martha und Richard Habighorst aus Lafayette in Colorado: Stammen die Vorfahren aus dem alten Herrenhaus des Ritterguts Habighorst von 1673? Quelle: Joachim Gries
Habighorst

Im Rahmen einer 23-tägigen Europareise, die das Ehepaar Habighorst nach Trondheim, Wien und Salzburg, Prag und Bratislava, Berlin und München führte, stand auch ein Abstecher in das Dorf an der Aschau an. Der 70-jährige Chiropraktiker hatte bei der Touristinformation in Celle angefragt, wer sie nach Habighorst begleiten und dolmetschen könnte. Eschedes Ortsbürgermeisterin Stephanie Bölke erfuhr davon und nahm sich der Sache an. Mit Wilhelm Thies lud sie einen fachkundigen Habighorst-Kenner ein, Christoph Ohlendorf übersetzte, Bölke selbst holte das Ehepaar Habighorst in Celle ab und übernahm den Transport.

In Habighorst wurden alle Gebäude angeschaut, Richard Habighorst machte viele Fotos mit Kamera und Smartphone. Thies, der sich intensiv mit dem Geschlecht von Havekost beschäftigt hat, aus dem dann später Habighorst wurde, ging auf die jahrhundertealte Geschichte ein. Er vermutet, dass hier vor 1000 Jahren eine Wasserburg stand. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört, das Herrenhaus wurde bis 1673 wiederaufgebaut. Das zweigeschossige Gebäude steht unter Denkmalschutz, seit über 20 Jahren ist es im Dornröschenschlaf und verfällt.

1702 starb das Geschlecht von Havekost aus, Georg Ernst von Melvill mit schottischen Wurzeln wurde mit dem Rittergut belehnt. 1853 kam es in den Besitz der Familie Hasselmann, in die 1863 der Ökonom Wilhelm Thies einheiratete. Und damit war die Grundlage gegeben, dass zumindest die Vorfahren von Richard Habighorst und von Wilhelm Thies (Jahrgang 1937) schon einmal Kontakt hatten: 1925 hatte Wilhelm Heinrich Habighorst, der Großvater von Richard Habighorst, das Rittergut in der Südheide besucht und dort Wilhelm Thies‘ Vater angetroffen. Ein Briefwechsel folgte. Als 1937 die Geburt des Sohnes ins ferne Amerika gemeldet wurde, sei ein Brief mit einer 50-Dollar-Note in Habighorst eingetroffen, weiß Thies aus der Familiengeschichte.

„Ich spüre die Schwingungen“, antwortete Richard Habighorst scherzhaft auf die Frage, ob er hier am Rande der Aschau den Ursprung seiner Familie wähne. Er meinte, dass ein Hans Habighorst etwa um 1740 zu seinen Vorfahren zählte. Vermutlich der Urgroßvater sei als Einwanderer nach Amerika gekommen. Der Großvater, der in Marinette am Michigansee als Schlachter arbeitete, habe dann eine kleine Farm im nahen Green Bay gekauft, in der Richard Habighorst aufwuchs. Seit sechs Jahren lebt das Ehepaar in Lafayette in Colorado, weil dort die Enkelkinder von Martha Habighorst leben. Ihre Ahnen stammen aus Schweden und aus England.

Von Joachim Gries