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Faßberg 123.750 Euro am ersten Abend - großer Schritt zu Müdener Supermarkt
Celler Land Faßberg 123.750 Euro am ersten Abend - großer Schritt zu Müdener Supermarkt
20:57 01.09.2016
Quelle: Tore Harmening
Müden (Örtze)

MÜDEN.

Das Konzept, dass die AG zusammen mit Experten und dem Faßberger Bürgermeister Frank Bröhl zuvor präsentiert hatten, überzeugten die Besucher. So soll eine Bürgerbeteiligungsgesellschaft (BBG) gegründet werden. Dabei habe die meisten sogenannte Genussscheine, die mit zwei Prozent verzinst werden sollen. Zusätzlich wird es noch Gesellschafter geben, die mindestens 7500 Euro einzahlen und dann die Finanzen wie eine Art Aufsichtsrat kontrollieren und die Richtung festlegen. Das Konzept des Marktes soll eine Mischung aus normalem Supermarktgeschäft und Online-Handel sowie Lieferservice sein, der regional verwurzelt ist. „Ökonomisch-ökologisch und nachhaltig“, sind die Stichworte, sagte Gebers. Das wird auch durch den Namen des Ladens deutlich. „Wir möchten eine Geschichte erzählen und da kamen wir auf Hanna Kohlmeyer“, sagte Gebers und erntet gleich ein zustimmendes Raunen. Hanna Kohlmeyer hatte früher einen Laden am Neuen Damm, bei dem wohl die meisten älteren Müdener ihre Bonbons und Lebensmittel gekauft haben. Und so soll der Laden „Tante Hanna – regional und frisch“, heißen. Ein Lieferant ist auch schon gefunden, laut Gebers liegen die Verträge mit Rewe unterschriftsreif vor.

Soweit zu den guten Nachrichten, allerdings gab es auch ein paar schlechte, denn die Mittel, die für den Start des Marktes aufgebracht werden müssen, sind beträchtlich. So sind laut Maik Winterhoff, der sich das Gebäude des alten Supermarktes zusammen mit Handwerkern kostenlos angeschaut hat, rund 150.000 Euro für Sanierungen aufzubringen. „Eines der größten Problem ist die Dämmung“, sagt Winterhoff, „außerdem sind die Kühlaggregate veraltet“. Das führt zu enormen Heiz- und Stromosten. Alleine Strom fraß im alten Markt 2000 Euro – im Monat. Zu den Sanierungskosten kommt der Grunderwerb. Dafür rechnet Bürgermeister Frank Bröhl mit um die 100.000 Euro. Diese also zusammen 250.000 Euro soll die Gemeinde übernehmen, zumindest wird Bröhl das dem neuen Rat vorschlagen.

Ein Großteil soll über sogenannte Leader-Mittel kommen, ein Fördertopf der Europäischen Union. Entscheidend wird dafür laut Karen Dörrer vom Leader-Regionalmangement, dass die lokale Aktionsgruppe von dem Vorhaben überzeugt wird, dann ist eine Förderung von 60 Prozent für die Sanierung und zehn Prozent für den Grunderwerb drin. Für Faßberg verbleibt aber immer noch eine Summe von 140.000 Euro für Sanierung und Erwerb, gesetzt den Fall die Zahlen stimmen. Dazu rechnet die Arbeitsgruppe mit 170.000 Euro Anlaufkosten. Danach soll im ersten Jahr ein Umsatz von 950.000 Euro generiert werden, wobei je 50.000 Euro aus dem Online-Handel und Lieferungen kommen soll. Trifft das so ein, geht die Rentabilitätsrechnung von etwas mehr 13.000 Euro Gewinn aus. Danach soll der Umsatz im zweiten Jahr um zehn, danach jeweils um fünf Prozent wachsen. Die Gewinne sollen für Projekte in Müden verwendet werden.

Von Tore Harmening