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Faßberg 43 Verletzte in Mali gerettet
Celler Land Faßberg 43 Verletzte in Mali gerettet
20:10 29.08.2018
Das Abschreiten der Front als Dank für den Einsatz: (von links) Brigadegeneral Gert Gawellek, die Bundestagsabgeordneten Henning Otte und Kirsten Lühmann, Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl und Oberstleutnant Olaf Bölting grüßen die aus Mali zurückgekehrten Soldaten. Quelle: Christopher Menge
Faßberg

Emotional wurde es, als sich Brigadegeneral Gert Gawellek, der stellvertretende Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, an die Familien der beiden in Mali verunglückten Soldaten wendete und zu einer Schweigeminute aufrief. Der von allen Seiten als erfolgreich bezeichnete Einsatz der Bundeswehr wird immer mit dem Tod der beiden Offiziere Jan Färber und Thomas Müller, die am 26. Juli 2017 mit dem Kampfhubschrauber Tiger abstürzten, in Verbindung stehen. Bei einem Rückkehrerappell auf dem Fliegerhorst Faßberg wurde die Leistung der am Einsatz beteiligten Soldaten und zivilen Personen am Mittwoch gewürdigt.

"Hat sich unser Beitrag für MINUSMA ausgezahlt?", fragte Oberstleutnant Olaf Bölting, Kommandeur des Faßberger Transporthubschrauberregiments 10 "Lüneburger Heide". Ein Blick auf die Statistik zeige, wie wertvoll der Einsatz war. "So konnten mit unseren Hubschraubern insgesamt 43 mehrheitlich schwerstverwundete UN-Soldaten, malische Sicherheitskräfte und Zivilisten gerettet werden", sagte Bölting.

Er erinnerte an die Bedingungen, mit denen die Soldaten vor Ort hatten kämpfen müssen. "So verlangten beispielsweise die permanente Staubbelastung durch den roten Wüstensand, die ständige Gefährdung durch Krankheiten wie Malaria oder die extreme Hitze mit Temperaturen von bis zu 50 Grad Celsius sowohl Mensch als auch Material tagtäglich sehr viel ab", sagte Bölting. "Dazu kamen die von unterschiedlichsten Terroristengruppen ausgehenden erheblichen Bedrohungen für die rund 11.000 Angehörigen der Blauhelmgruppe."

Hauptfeldwebel Alexander N., der in Mali als Feuerwehrmann beim Transporthubschrauberregiment 10 im Einsatz war, hatte zuvor im CZ-Interview berichtet, dass er beeindruckt war von der internationalen Zusammenarbeit – im Camp, bei der Flugsicherheit und im multinationalen Hubschraubereinsatzverband. Hier sind die Soldaten auf Franzosen, Belgier und Niederländer getroffen. „Der Austausch mit Soldaten anderer Nationen war sehr interessant.“

Bölting bezeichnete die Integration der belgischen Hubschrauberkräfte im Frühjahr dieses Jahres als "wichtigen und sehr erfolgreichen Meilenstein". Alle Redner wendeten sich am Mittwoch auch in englischer Sprache direkt an die belgischen Kameraden. Vor der deutschen Nationalhymne erklang die des Nachbarns.

"Ich denke, dass wir in Europa gut beraten sind, die gegenseitigen Stärken zu vereinen und auch künftig vermehrt auf multilaterale Verbände zu setzen", sagte Kirsten Lühmann. Die Celler SPD-Bundestagsabgeordnete betonte, dass die Lage in Mali noch lange nicht stabil sei und es im April ein neues Mandat des Bundestages gegeben habe, bis zu 1100 deutsche Soldaten nach Mali zu schicken. "Mit Blick auf Malis Bedeutung als Transitland für Migration und Flucht hat die Stabilisierung des Landes auch unmittelbare Auswirkungen auf Deutschland und Europa", so Lühmann.

Auch der Celler CDU-Bundestagsabgeordnete und verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Henning Otte, betonte die große Bedeutung der UN-Mission. "Wir müssen dazu beitragen, die Konflikte vor Ort zu entschärfen. Sonst kommen die Konflikte hier zu uns nach Europa", so Otte. Es sei eine Mission, die den Soldaten viel abverlangt und mit Gefahr für Leib und Leben verbunden ist.

Oberst Ulrich Ott, der General der Heeresfliegergruppe, stellte aber auch noch etwas anderes heraus: "Gibt man uns Heeresfliegern Zeit und Ressourcen – sprich Personal und Material – dann sind wir absolut in der Lage, sowohl die komplexen Waffensysteme wie Tiger und NH-90 zu beherrschen als auch unter widrigen und sehr schwierigen Bedingungen im Einsatz bestehen zu können."

Von Christopher Menge

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