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Faßberg 70 Jahre nach Luftbrücke: Rosinenbomber sollen wieder von Faßberg nach Berlin fliegen
Celler Land Faßberg 70 Jahre nach Luftbrücke: Rosinenbomber sollen wieder von Faßberg nach Berlin fliegen
10:05 24.01.2018
Von Christopher Menge
Quelle: nicht zugewiesen
Faßberg

Die Pläne, die Thomas Keller vom Organisationsteam den Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft vorstellte, sind ähnlich gigantisch wie die Luftbrücke vor 69 Jahren. Von der damaligen Royal-Airforce-Station Faßberg wurde damals die Versorgung Berlins mit Kohle sichergestellt. Insgesamt 539.112 Tonnen davon flogen britische und amerikanische Flugzeuge in das blockierte Berlin. Pro Tag gab es bis zu 450 Starts und Landungen.

"Wir lassen die Luftbrücke wieder auferstehen", sagte Keller. Dafür werden aus der ganzen Welt 250 Piloten und Besatzungsmitglieder mit den historischen Rosinenbombern nach Deutschland kommen, um die Luftbrücke von Wiesbaden und Faßberg nach Berlin nachzufliegen. Zusagen gebe es bereits für 31 lizenzierte DC3-Maschinen.

150.000 Euro müssten die Piloten für Hin- und Rückflug dafür aus eigener Tasche bezahlen. "Viele Flugzeuge kommen aus den USA", sagte Keller. "Eine Maschine kommt von Australien über die Philippinen, Japan und Alaska. Die reine Flugzeit beträgt 100 Stunden." Schließlich könnten die Rosinenbomber nur 200 Stundenkilometer schnell fliegen. Der Australier habe die alte Maschine eigentlich zu einem Restaurant umbauen wollen, macht sie jetzt aber für die Feierlichkeiten zum Ende der Luftbrücke vor 70 Jahren wieder flugbereit.

"In diesem Jahr wollen wir Schwung für 2019 holen, um dann das Ende der Luftbrücke zu feiern", sagte der Standortälteste Faßberg Oberst Georg von Harling. Höhepunkt soll ein Tag der Bundeswehr sein, der schon im vergangenen Jahr 30.000 Besucher auf den Fliegerhorst Faßberg lockte. "Es wird das letzte Jubiläum sein, das wir mit Zeitzeugen feiern können", sagte von Harling. "So wird die Geschichte am besten erlebbar."

Der CDU-Landtagsabgeordnete Jörn Schepelmann sprach von einem einmaligen Projekt. Landrat Klaus Wiswe betonte, dass außer der Stadt Celle – von Wietzenbruch starteten auch Flugzeuge – kein Ort im Landkreis jemals so von der Weltpolitik berührt wurde wie Faßberg bei der Luftbrücke. "Es ist gut, dass sich die Schulen einbringen und die Jugendlichen in das Projekt eingebunden werden", so Wiswe.

Bürgermeister Bröhl warb in diesem Zusammenhang darum, sich Lose für die Winterschnuckenwette zu kaufen. "Die Erlöse gehen zu 100 Prozent an die Schulprojekte zum Thema 70 Jahre Luftbrücke. Mit dabei sind das Hans-Carossa-Gymnasium Spandau, das Christian-Gymnasium Hermannsburg, die Oberschule Hermannsburg, die Lerchenschule Faßberg und die Grundschule am Heidesee Müden", sagte der Verwaltungschef, der mit Helmut Kleebank, Bürgermeister von Spandau, gewettet hat, wo am 18. Februar Schnee liegt – bei den Schafen auf dem Spandauer Hahneberg (Kleebank) oder in Faßberg-Niederohe, wo die Heidschnucken zu Hause sind (Bröhl).

Die weitere Nutzung der Lerchenschule, die Sanierung des Schwimmbades und die Vorbereitung der Veranstaltung zum Ende der Luftbrücke vor 70 Jahren im kommenden Jahr: Nachdem die Gemeinde Faßberg, die Bürger und die dafür gegründete Gesellschaft "Tante Hanna" im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht haben, stehen in diesem Jahr andere Projekte im Fokus. Parallel laufen derzeit die Ausschreibungen für den Umbau des ehemaligen Edeka-Marktes in Müden, der durch Tante Hanna noch in diesem Jahr wieder Mittelpunkt des Ortsgeschehens werden soll.

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