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Faßberg Appell für sauberen Wahlkampf
Celler Land Faßberg Appell für sauberen Wahlkampf
11:48 17.09.2013
Kay Peters (links) und Frank Bröhl appellieren an alle Akteure in Faßberg, einen sauberen Wahlkampf zu machen, bei dem um die Themen gerungen wird. Quelle: Udo Genth
Faßberg

Frank Bröhl (CDU) und Kay Peters (SPD) wollen Bürgermeister in Faßberg werden. Doch bevor sie sich inhaltlich um die Themen streiten, gingen sie diese Woche erst einmal mit einem gemeinsamen Appell für einen sauberen Wahlkampf an die Öffentlichkeit. Dieser scheint auch nötig angesichts des Wirbels um den Internetauftritt von Peters, der durch eine anonyme Mail verursacht wurde.

Peters hatte im Mai eine Mail erhalten, in der er – angeblich von einem CZ-Mitarbeiter – auf die Homepage eines Bürgermeister-Kandidaten in Hessen hingewiesen wurde. Und dies unter anderem mit der Begründung, dass er zwar der richtige Kandidat für Faßberg, sein jetziger Internetauftritt aber „grausam“ sei.

Peters gefiel die Seite, auf die er so aufmerksam wurde. Er nahm Kontakt mit dem Betreiber auf, der ihm auch erlaubte, die Inhalte zu verwenden. Über die Frage, ob man Texte trotz Erlaubnis eins zu eins übernehmen sollte, gibt es sicherlich geteilte Meinungen - Peters verteidigt diese Übernahme in seine Seite aber, weil Themen wie Stärkung des Ehrenamtes, Leben in den Ortsteilen, Feuerwehr und anderes auch in Faßberg wichtig seien und er sich mit den Texten identifizieren könne.

Als Kay Peters seine neue Seite im Juli online schaltete, schickte er dem angeblichen CZ-Mitarbeiter eine Mail, doch die in der Ursprungsmail genannte Absenderadresse gab es gar nicht mehr und als er eine andere Adresse, nämlich die richtige verwendete, war der CZ-Mitarbeiter reichlich verwundert, denn er hatte nichts mit der Sache zu tun und auch noch nie von dieser anderen Website gehört - geschweige denn, dass er Peters in dieser Sache eine Mail geschickt hatte.

Die CZ wiederum erreichte in dieser Woche der anonyme Hinweis, dass Peters‘ Seite textlich und vom Design her gleich gestaltet sei wie die Seite des Kandidaten in Hessen. Aufgeflogen sei das Ganze, so der anonyme Hinweisgeber, weil er Besuch aus Hessen in Müden hatte. Dieser Gast habe die Seite gesehen und gesagt, dass sie ihm bekannt vorkomme.

Die Geschichte, dass ein Besucher aus Hessen sich für den Internetauftritt eines lokalen Bewerbers interessiert und diese als baugleich identifiziert, sorgte in der Redaktion für Stirnrunzeln – besonders, nachdem im Zuge der Recherchen die ursprüngliche Mail des angeblichen CZ-Mitarbeiters an Peters bekannt wurde.

Es riecht also nach einer Falle, in die der Faßberger Kandidat getappt ist. Schließlich gab es schon kurz nach der Online-Schaltung den anonymen Hinweis an die Redaktion. „Ich bin darauf reingefallen und habe zudem den Fehler gemacht, nicht die Designerin der Website anzusprechen”, sagt Peters. Diese war überrascht, als ihr jetzt seine Website präsentiert wurde.

Um die Schwierigkeit, etwas völlig Neues für eine lokale Wahlkampfseite zu schaffen, weiß auch Frank Bröhl, der sich mit dem Design von Webseiten auskennt. Beim Blick auf seinen Internetauftritt findet man ebenfalls Elemente und Texte, die denen der hessischen Seite, aber auch anderen Internetportalen ähneln. Besagte hessische Seite kennt Bröhl zufällig durch eigene Recherche. „Ich habe wirklich lange mit anderen an meinen Formulierungen gearbeitet, aber letztlich gibt es viele Themen, bei denen das gleiche Ziel verfolgt wird, sich der Weg dorthin aber unterscheidet.”

Frank Bröhl findet den ganzen Vorgang ungeheuerlich. „So etwas darf es nicht geben, denn das beschädigt letztlich auch das Amt”, sagt er. Beide wollen, da sind Peters und er sich einig, um die Sache streiten. Doch solche Methoden, auch da gibt es für sie keine zwei Meinungen, haben im Wahlkampf nichts verloren.

Von Tore Harmening