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Faßberg Aus für Müdener Kettenkarussell
Celler Land Faßberg Aus für Müdener Kettenkarussell
17:39 19.12.2016
Von Christopher Menge
Das historische Kettenkarussell sollte zum 800. Müdener Markt restauriert werden, doch im letzten Moment scheiterte das Projekt. Quelle: Oliver Knoblich
Müden (Örtze)

MÜDEN. Eigentlich sollte das Kettenkarussell bis zum 800. Müdener Markt im kommenden Jahr restauriert werden. Frank Dening vom Förderkreis „NaturHeimat Müden“ und seine Mitstreiter hatten daher viel Herzblut in das Projekt gesteckt. Es wurden Spenden gesammelt, um die Kosten von etwa 15.000 Euro für Kauf und den ersten Anstrich zu stemmen, ein Fahrplan zur Restaurierung erstellt und bereits Eigenleistungen erbracht. Umso enttäuschter sind alle Beteiligten nun, dass das Projekt nicht zum Abschluss gebracht werden kann.

Die Eigentümerfamilie Böttger war Mitte 2015 an Dening herangetreten, weil man das Betreiben des Fahrgeschäfts unter anderem aus gesundheitlichen Gründen aufgeben wollte. Da das gut 100 Jahre alte Fahrgeschäft seit langer Zeit ein Wahrzeichen des Müdener Marktes ist, entschied sich der Förderkreis, der Besitzerfamilie zu helfen, um das historische Kulturgut dauerhaft zu erhalten. Als Basis wurde eine Projektgruppe ins Leben gerufen.

Bei einer ersten Informationsveranstaltung im Februar dieses Jahres sicherte der Fahrgeschäftsbetreiber und Eigentümer den Teilnehmern öffentlich zu, das Fahrgeschäft an den Förderkreis verkaufen zu wollen. Nach Angaben des Förderkreises sei es der Betreiberfamilie allerdings besonders wichtig gewesen, den Karussellbetrieb während des 799. Müdener Marktes im August dieses Jahres noch ein letztes Mal komplett selbst zu übernehmen. Danach sollte das Karussell vom Verein gekauft und übergeben werden.

Gerade als die Finanzierung der Kaufsumme stand, wendete sich jedoch das Blatt. „Zusagen aus dem im Mai unterschriebenen Vorvertrag wurden nicht eingehalten. Alle Bemühungen seitens unseres Vereins, den Kaufvertrag zum Abschluss zu bringen, um die Kaufsumme vertragsgerecht zu überweisen, schlugen fehl“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Auch mehrere Vermittlungs- und Gesprächsversuche mit dem Eigentümer seien erfolglos geblieben.

Der Besitzer des Kettenkarussells, Enrico Böttger, war am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Über die Beweggründe der Familie, den Deal platzen zu lassen, kann daher nur spekuliert werden. Die Enttäuschung beim Förderkreis ist auf jeden Fall riesig. „Wir hätten das einmalige Kulturgut gerne für kommende Generationen erhalten, so aber bleibt uns nur der Dank an dieser Stelle bei allen Unterstützern des Projekts, die genau wie wir bis zum Schluss an das Gelingen geglaubt haben“, sagt Frank Dening resignierend.

Den Verantwortlichen des Förderkreises sei es sehr schwer gefallen, das Projekt abzubrechen. Die namentlich bekannten Spender wurden in den vergangenen Tagen über die Rückerstattungsmodalitäten der Spenden informiert. Dening und Co. hoffen allerdings immer noch, dass „das älteste Fahrgeschäft des Müdener Marktes irgendwie doch noch überlebt und auch künftige Generationen sich daran erfreuen können“. Allein der Glaube daran fehlt aber zur Zeit.