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Faßberg Botschaft aus Müden: Ziel ist ein gerechter Friede
Celler Land Faßberg Botschaft aus Müden: Ziel ist ein gerechter Friede
17:07 18.04.2016
Quelle: Udo Genth
Müden (Örtze)

MÜDEN. Lutz Krügener, seit April 2014 in die evangelische Friedensarbeit eingebunden, stellte sein Gebiet vor. Er berief sich auf die Denkschrift der evangelischen Kirche von 2007, in der ein Vorrang für die zivile Konfliktlösung zu einem "gerechten Frieden" gefordert wird. Demgegenüber erläuterte Jobst Priller, dass die Soldaten sich oftmals als im Friedensdienst befindlich ansehen. Ihm selbst erscheint die Denkschrift zu radikal.

Nach diesem Austausch der grundsätzlichen Standpunkte ergab sich eine Annäherung. Krügener räumte ein, dass die Denkschrift durchaus militärische Einsätze als gerechtfertigt anerkenne, wenn sie als ultima ratio "rechtserhaltend" wirken und mit einem UN-Mandat versehen sind. Hier wusste Priller zu berichten, dass seine Soldaten das ganz ähnlich sähen. Sie fragten oftmals, wieso die Politiker einer Krisenlage so lange zusähen, "bis es angebrannt ist". Im Übrigen sei ihm bekannt, dass deutsche Soldaten in internationalen Stäben als "Bremser" angesehen werden. Einig waren beide Kirchenmänner, "Frieden durch Gerechtigkeit" müsse das Ziel sein. Wenn er nicht zu erreichen sei, dann "wäre Waffenstillstand schon sehr gut." "Frieden hier auf Erden werden wir wohl nie bekommen", meinte Krügener, "aber wir müssen ständig daran arbeiten". Im Übrigen sollte stets die Sicht der Dinge vom Friedenszustand ausgehen. In diesem Zusammenhang brachte Pfarrer Krügener seine Idee vom Einsatz eines "zivilen Flugzeugträgers" ins Gespräch, der als Schutzraum für die Bevölkerung von kriegsbedrohten Gebieten dienen könne.

„Der Abend soll Denkanstöße geben und Raum für Gedanken- und Meinungsaustausch bieten“, hatten sich die Organisatoren der Podiumsdiskussion Karin Chamberlain und Doris Artelt gewünscht. Das tat er durchaus, wie die weiteren Gespräche des Publikums untereinander zeigten.

Von Udo Genth