Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Faßberg Celler Kinder-Zeltlager fällt nicht ins Wasser
Celler Land Faßberg Celler Kinder-Zeltlager fällt nicht ins Wasser
17:52 13.07.2017
Faßberg

Frei nach dem Motto „Nass und trotzdem Spaß“ ging es für sie nach der Ankunft und dem Zurechtfinden auf dem Gelände des Faßberger Waldschwimmbades Herrenbrücke zur „Wasser-Rallye“. Allerhand knifflige und lustige Spiele hatten sich die Jugendbetreuer für die kleinen und großen Wasserratten ausgedacht und quer auf dem Gelände verteilt. Bei den unterschiedlichen Herausforderungen kam es auf Köpfchen und Geschick an.

Nach einer kurzen Einführung ging es für die in Gruppen unterteilten Kinder los. Womit sie begannen, konnten sie sich frei aussuchen. Das Team um die zehnjährige Caro hatte sich zunächst für die Wasserschätzstation entschieden. Dabei galt es, eine vorgegebene Menge Wasser in eine Schale zu füllen. Die Schale stand auf einer Küchenwaage, so dass die Kinder genau beobachten konnten, ob sie die vorher festgelegte Menge richtig abgeschätzt hatten. Jedes Kind durfte sich einmal probieren und der Ehrgeiz war groß. Möglichst genau versuchten sie das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Umso größer der Ärger, wenn sie sich verschätzten. Und so blickten die Kinder gespannt, als Caro an der Reihe war. Mit Fingerspitzengefühl versuchte sie, die geforderte Menge von 720 Gramm abzuschöpfen. Dann folgte der Moment der Wahrheit. Hoch konzentriert schüttete sie das Wasser in die Schale. Alle Blicke waren auf die Waage gerichtet. Als deren Display 738 Gramm anzeigte, folgte ein enttäuschtes Raunen.

Dabei war dies das bis zu diesem Zeitpunkt beste Ergebnis. „Das war richtig gut“, versuchte Jugendbetreuerin Leonore Brüning die Kinder zu beschwichtigen. Schließlich war die Aufgabe auch alles andere als leicht. Der Ärger um die verfehlten 18 Gramm hielt nicht lange an und schon stürzten sich die Kinder mit Freude auf die nächste Aufgabe. Schließlich gab es noch viel zu entdecken.

Der anhaltende Regen spielte schon nach kurzer Zeit keine Rolle mehr. „Erst erhielten wir einige skeptische Blicke, als es hieß, wir machen die Rallye auch bei dem schlechten Wetter, doch jetzt hat bei allen der Spaß gezündet“, sagte Brüning. Dem konnte sich ihre Kollegin aus Hambühren, Kerstin Barsch, anschließen. „Den Kindern macht der Regen nichts aus.“

Nass wären wohl ohnehin alle geworden. Schließlich war bei der Wasser-Rallye der Name Programm. So musste bei einem weiteren Spiel ein Eimer gehalten werden, während der Rest der Gruppe mit einer Wasserspritze versuchte, den Eimer zu füllen. Oder es ging direkt ins Wasser: vom Sprungbrett ins Schwimmbecken. Wer auf dem Weg ins kühle Nass noch einen zugeworfenen Ball fing, sammelte damit Punkte für sein Team. An anderer Stelle musste eine Badeente ihren Weg von einem Eimer in einen anderen finden. Den Weg mussten die Kinder selbst aus Rohrleitungen basteln. Hier kam es auf gute Zusammenarbeit an. Diese wurde ohnehin großgeschrieben – und zwar nicht nur während der Rallye. Denn die Kinder mussten auch beim Zeltlagerleben mit anpacken: Essen zubereiten und für Ordnung sorgen sollte den jungen Campern praktische und soziale Fähigkeiten vermitteln.

Der Spaß stand dennoch im Vordergrund. „Für einige Kinder ist das ihr Urlaub“, sagte Betreuer Till-Thomas Voigt. Und das ist auch der Sinn des Zeltlagers, wie er erklärte. Denn nicht alle Familien könnten es sich leisten, in den Urlaub zu fahren. Das Zeltlager bot eine Alternative und in diesem Jahr mit dem Veranstaltungsort auf dem Gelände des Waldschwimmbads einen besonderen Höhepunkt. „Die Kinder können die ganze Zeit das Gelände nutzen. Und dank der Hilfe der Bademeister und des DLRG können sie bis um 23 Uhr ins Wasser“, sagte Barsch. Das sorgte für glückliche Kinder, die immer wieder gern ins kühle Nass abtauchten. „Wir sind trotz des Wetters sehr zufrieden“, sagte Barsch. „Denn wenn die Kinder glücklich sind, sind auch die Betreuer glücklich.“

Bei all dem Programm gab es auch kaum ein Problem mit Heimweh. Nur ein Junge musste nach Hause gefahren werden. „Der war aber auch noch sehr jung. Und das Problem war wohl, dass er nicht weit von hier weg wohnte“, sagte Barsch. Da war die Verlockung zu groß. Bei größeren Entfernungen sei es einfacher, das Heimweh in den Griff zu bekommen.

Bei den meisten trete Heimweh ohnehin nur kurz auf, weil die Gruppen und Spiele für genügend Ablenkung sorgten, sagte Barsch. „Auch Freunde und Betreuer helfen beim Trösten.“ Dabei sei auch schon so manche Freundschaft entstanden, die noch lange nach dem Zeltlager hielt. „Die Kinder lassen sich danach oft noch wochenlang von ihren Eltern durch den Landkreis fahren, um sich gegenseitig zu besuchen“, sagte Barsch. Da kann es auch schon vorkommen, dass die Eltern von Faßberg nach Hambühren müssten. „Das sind für die Kinder sehr weite Strecken, um eine Freundschaft zu erhalten, aber für den Sommer hält es meist.“