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Faßberg Dexter-Jungbulle Horst zum Schlachter
Celler Land Faßberg Dexter-Jungbulle Horst zum Schlachter
16:32 01.08.2010
Müden (Örtze)

MÜDEN. „Mir war sofort klar, dass er Horst heißen muss“, sagt Gerlinde Kross. Zusammen mit Christian Gaede war sie im September 2009 Taufpatin des Dexter-Kalbs Horst. Das war vor einem Jahr. Damals hatte der Wildpark für das Kalb einen Namen gesucht und 200 Menschen hatten mitgebracht. Am Ende wurde der Name Horst ausgewählt. Doch Horst gibt es jetzt im Wildpark Müden nicht mehr. Wie die CZ durch den Wildpark-Anwohner Ian Singleton erfuhr, wurde der inzwischen einjährige Jungbulle zum Schlachter gebracht.

Tierparkleiter Ralf Neumann bestätigt den Sachverhalt auf Anfrage. Er begründet den Schritt mit einer zunehmenden Aggressivität des Tieres. „Die Mitarbeiter konnten nicht mehr auf die Weide gehen und es bestand die Gefahr, dass das Tier Schäden unter anderem an den Zäunen anrichtet. Letztlich muss die Sicherheit der Mitarbeiter und der Besucher oberste Priorität haben“, sagte Neumann.

Er habe noch versucht, eine Alternative zu dem Schlachter zu finden. Denkbare wäre zum Beispiel ein Tausch mit einem Züchter gewesen. Durch das aggressive Verhalten des Tieres sei es aber nicht möglich gewesen, ihn für die weitere Zucht einzusetzen. „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, denn ich habe auch ein emotionales Verhältnis zu den Tieren“, sagte Neumann. Letztlich hat es aus seiner Sicht aber keine Alternative gegeben. Das Tier wurde bereits getötet.

Anwohner Ian Singleton kritisiert die Handlungen des Wildparkes: „Es ist eine Katastrophe. Erst wird um Horst ein großes Tam-Tam gemacht und dann wird er zum Schlachter gebracht“, sagt Singleton. Auf ihn hat der Jungbulle einen friedlichen Eindruck gemacht. „Ich war auch mit Kindern da, die hätte man doch sonst bestimmt nicht an die Weide gelassen“, sagt Singleton.

Neumann sieht die Schlachtung als einen ganz normalen Vorgang. Deshalb habe er auch nicht extra eine Mitteilung dazu verfasst. Dieses Vorgehen wird aber von der Namenspatin Gerlinde Kross kritisiert. „Ich wäre gerne informiert worden, bevor er abgegeben wurde. Dann wäre ich nochmal gekommen“, sagt die Müdenerin.

Von Tore Harmening