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Faßberg EADS investiert am Standort Trauen
Celler Land Faßberg EADS investiert am Standort Trauen
17:01 13.08.2010
EADS Bilder von Raketenstart, Trauen Gelände und Andreas Rohne, Oliver Ludwig, Hennig Otte und DLR-Betreibsleiter vor EADS Hauptgebäude Quelle: Tore Harmening
Trauen

Drei Jahre ist es her, seit sich EADS dafür entschieden hat, das Werk in Trauen zu erhalten. „Eine sehr bewusste Entscheidung, weil wir das Potenzial des Standortes gesehen haben“, betont Andreas Rohne, Spartenleiter für Antriebssysteme bei EADS Astrium.

Er und Standortleiter Oliver Ludwig beschrieben die Situation bei einem Informationsbesuch des Bundestagsabgeordneten Henning Otte (CDU) in dieser Woche als stabil. Der Umsatz liegt nach ihren Angaben im mittleren einstelligen Millionenbereich und auf dem rund 80 Hektar großen Gelände werden 36 Mitarbeiter beschäftigt. Laut Rohne ist das eine Steigerung von 15 bis 20 Prozent in den vergangenen 18 Monaten, liegt allerdings noch unter dem Niveau von 2007 als dort 44 Mitarbeiter arbeiteten. Weitere Einstellungen sind aber nicht ausgeschlossen.

Am Standort werden Rettungssysteme für U-Boote hergestellt und gewartet sowie Nutzlasten für Höhenforschungsraketen entwickelt und produziert.

Aktuell baut die Firma am Standort Trauen Rettungssysteme für zwei U-Boote der Bundeswehr. Der EADS-Standort fungiert dabei als ein Zulieferer für die Firma Thyssen-Krupp-Marine-Systems (TKMS). Über TKMS könnte sich demnächst ein weiterer Großauftrag ergeben. Es gibt Gespräche mit der Türkei über die Lieferung von sechs U-Booten. Zusätzlich steht die Firma in Kontakt mit Italien. Auch dort wird über zwei U-Boote nachgedacht.

Im Bereich der Raumfahrttechnik möchte EADS sich gerne an der Entwicklung der neuen Trägerrakete Ariane 5 beteiligen, wenn eine Entscheidung für den Bau fällt. Konkret würde sich der Standort Trauen dafür bewerben, den Oberstufentank der Rakete zu testen. Sollte dieser Auftrag in den Landkreis Celle geholt werden, würde das Investitionen von gut einer Millionen Euro für einen neuen Teststand nach sich ziehen.

Aber auch so möchte die Firma in Trauen einiges verbessern. So wurde laut Rohne bereits in die Erstellung von Testequipment investiert und ein neues Chemielabor soll entstehen. Rund eine Millionen Euro betragen die Investitionen.

Die Firma versucht derzeit auch, für die gasgetriebenen Rettungssysteme zivile Anwendungen zu entwickeln, um ein weiteres Standbein zu bekommen. „Konkret geht es darum Schiffe, die zum Beispiel havariert sind, mit Luftkissen an den Seite zu stabilisieren, so dass mehr Zeit für die Rettung von Passagieren bleibt“, erklärt Rohne. Dazu läuft ein Projekt, das von der EU unterstützt wird.

Henning Otte begrüßte die Entwicklung. „Es zeigt, dass sich die Bemühungen um den Erhalt des Standortes gelohnt haben“, sagte Otte. Er sieht Trauen in einer Reihe mit anderen High-Tech-Standorten wie Rheinmetall und als weiteres Argument für den Fliegerhorst Faßberg. „Wir haben hier ein wertvolles Cluster“, sagte Otte. Dieses Argument werde er bei der aktuellen Spardiskussion bei der Bundeswehr mit ins Feld führen.

Von Tore Harmening