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Faßberg Ein kapitaler Bock: Mister Müden 2018 bei Heidschnuckentag gekürt
Celler Land Faßberg Ein kapitaler Bock: Mister Müden 2018 bei Heidschnuckentag gekürt
20:10 13.07.2018
Von Christian Link
Quelle: Christian Link
Müden (Örtze)

MÜDEN. „Schaut euch diesen kapitalen Bock an! Züchterherz, was willst du mehr?“, fragt Auktionator Dieter Brockhoff die Menge. Hunderte Menschen blicken gespannt auf den Heidschnuckenbock mit der Katalognummer 28, der gerade durch die Arena trabt. Er ist eines der kräftigsten Tiere des Tages, was Brockhoff den anwesenden Züchtern und Zuschauern gerne noch einmal ins Gedächtnis ruft: „Eine 8 in der Fleischfülle.“ Besser geht es kaum. 9 ist der Höchstwert, den die Jury vergeben kann. „Ist das nix für euch da oben?“, ruft der Mann mit dem Hammer den Gästen auf der Tribüne zu. Nein, ist es nicht. Aber dafür schlägt einer der Zaungäste zu. Für 650 Euro wechselt der Klasse-eins-Bock schließlich seinen Besitzer.

Beim 69. Heidschnuckentag in Müden sind gestern 39 Böcke zunächst prämiert und anschließend verkauft worden. Das traditionelle Spektakel rund um die Grauen Gehörnten Heidschnucken ist nicht nur bei Züchtern, sondern auch bei Zuschauern beliebt. Cheforganisator Carl-Wilhelm Kuhlmann, Vorsitzender des Verbands Lüneburger Heidschnuckenzüchter, zählte bei strahlendem Sonnenschein mehr als 1000 Besucher.

„Der neue Mister Müden ist das Beste, was die Heidschnuckenzucht zu bieten hat“, schwärmt Kuhlmann von dem schönen Tier: „Er wirkt harmonisch und elegant.“ Das Urteil der Preisrichter, die ihm quasi Bestnoten gaben, kann er absolut nachvollziehen: „Das ist ein toller Bock, den würde ich am liebsten auch kaufen.“ Bei seinen 1000 Hüteschafen kann der Züchter einen so schweren Jungen allerdings nicht gebrauchen.

Der Siegerbock des Tages stammt aus der Zucht von Gerhard Oehlers aus Lauenbrück (Landkreis Rotenburg), der sich über den Erfolg tierisch freut. „Es ist super! Wenn man so einen Bock zu Hause hat, weiß man, dass er was Besonderes ist“, sagt Oehlers, der seit 25 Jahren Heidschnucken züchtet. Allerdings räumt er ein: „Um den Siegerbock zu stellen, gehört aber auch ein bisschen Glück dazu.“ Mister Müden ist sein teuerster Verkauf des Tages, ein weiterer Bock findet für 1750 Euro einen neuen Besitzer. Für die Katalognummer 1 bekommt er dagegen nur 500 Euro. „Naja“, meint Oehlers, „man kann nicht alle für 1000 Euro verkaufen.“

2000 Euro erzielt der neue Mister Müden bei der Auktion. „Das war der auffälligste Bock des Tages“, lobt ihn sein neuer Besitzer Gerd Jahnke, der mit dem Kauf sehr zufrieden ist. „Ich wäre auch noch ein bisschen höher gegangen“, sagt der Schäfermeister aus Eimke (Landkreis Uelzen). Sein neuer Zuchtbock wird dort allerhand zu tun bekommen: In der Glockenbergschäferei gibt es 500 Heidschnuckenmütter, bei denen Mr. Müden 2018 für Nachwuchs sorgen soll. Idealerweise soll er dabei auch sein prächtiges Erscheinungsbild weitervererben. Jahnke: „Seine ganze Erscheinung ist einfach super – das Exterieur, die Hornstellung und die Bemuskelung.“

Noch mehr Punkte als Mister Müden, der allerdings den besseren Gesamteindruck macht, verleihen die Preisrichter dem sogenannten Reserve-Siegerbock. Von der Körkommission gibt es die Noten 8 (Wolle), 9 (Bemuskelung) und 9 (Erscheinung). Juniorchef Maximilian Fischer vom Heidschnuckenhof Jeversen ist stolz auf dieses Ergebnis: „Viel besser geht‘s fast gar nicht mehr.“

Gerne hätte Fischer wie schon 2017 den Siegerbock gestellt, doch den Mister Müden könne man eben nicht jedes Jahr stellen. Unter den 500 Heidschnucken, die sich auf dem Hof in Jeversen tummeln, sind allerdings auch einige Nachkömmlinge des früheren Preisträgers dabei: „Der hat auf jeden Fall gute Nachzucht hinterlassen.“ Allerdings werde auch der beste Zuchtbock immer nur nach seiner Leistung gemessen. Wenn die Nachkommenschaft nicht überzeugt, droht auch ihm der Schlachter. Fischer: „Es ist von den Zuchterfolgen abhängig, aber irgendwann hat er sein Soll erfüllt. Dann wird auch er an den Haken gehängt und zu Wurst verarbeitet.“

Apropos Wurst: Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hatte sich zum traditionellen Heidschnuckenessen nach der Auktion zwar angekündigt, kurzfristig aber abgesagt. Dabei hätte Verbandschef Kuhlmann gerne mit ihr über ein dringendes Thema gesprochen. „Die Zahl der Heidschnucken geht zurück – aufgrund der Wolfsproblematik, die ganz immens ist“, sagt er und fordert endlich eine „praktikable“ Lösung. Kuhlmann: „Der Wolfsschutz mit Zäunen und Netzen wird nicht wirksam sein. Wölfe müssen bejagt werden, damit sie wieder Angst vor Menschen bekommen.“

Das Baden ist im Müdener Heidesee ohnehin grundsätzlich untersagt – doch längst nicht jeder hält sich daran. Nun gibt es allerdings einen Grund, der den einen oder anderen Unbelehrbaren überzeugen könnte: „In einem Teil des Sees haben sich Blaualgen gebildet“, teilt Frank Bröhl, Bürgermeister der Gemeinde Faßberg, mit. Die Verwaltung will nun Schilder aufstellen, die explizit auf die Blaualgengefahr hinweisen. Auch auf ihrer Homepage hat die Gemeinde einen Warnhinweis veröffentlicht.

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