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Faßberg Faßberg will junge Leute halten
Celler Land Faßberg Faßberg will junge Leute halten
17:04 31.01.2017
Von Christopher Menge
Faßberg

In der Gemeinde Faßberg, die am 1. Januar 1977 als Einheitsgemeinde gegründet wurde und somit in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag feiert, ist ein Drittel der Bevölkerung älter als 60 Jahre. Daraus ergeben sich auf der einen Seite Fragen, wie Infrastruktur, Wohnraumgestaltung und Mobilität für diese Altersgruppe gestaltet werden können; auf der anderen Seite aber auch die Aufgabe, dem Mangel an Auszubildenden und jungen Fachkräften entgegenzuwirken. Vom Ausbildungsworkshop, der im vergangenen Jahr im Rathaus durchgeführt wurde, erhofft sich Bröhl einen ersten Impuls.

Neben der Integration der Flüchtlinge, die der Bürgermeister als Gemeinschaftsaufgabe bezeichnete, sei die Stärkung des Tourismus eine wichtige Aufgabe. Die geplante Vergrößerung des Ferienparks Heidesee in Oberohe könnte der gesamten Region einen erheblichen Zugewinn im touristischen Bereich ermöglichen“, so Bröhl, der zu Beginn seiner Rede den Fanfarenzug Faßberg vorgestellt und das „unglaublich große Engagement“ des Vereins, der im vergangenen Jahr das 40-jährige Bestehen feierte, gelobt hatte. Er wies außerdem auf zwei Veranstaltungen in diesem Jahr hin. Im Juni werden zum Tag der Bundeswehr bis zu 60.000 Besucher erwartet, im August feiert der Müdener Markt sein 800-jähriges Bestehen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil wird Müden aber bei einem anderen Ereignis besuchen, wie der Celler SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt mitteilte. „Er wird wohl wie im vergangenen Jahr zur Heidschnuckenauktion kommen“, sagte Schmidt, der in seinem Grußwort die Einzigartigkeit des Müdener Tante-Hanna-Projekts herausstellte. „Das hat großes Lob und Unterstützung verdient“, so Schmidt.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann stieß ins gleiche Horn. „Mit dem Tante-Hanna-Laden wird nicht nur die Nahversorgung sichergestellt, sondern es entsteht ein Ort der Begegnung“, so Angermann. In Richtung Weil sagte er, dass man den Schnuckenhaltern eine Perspektive bieten und beim Thema Wolf entsprechend agieren müsse. Beide Landtagsabgeordneten lobten zudem das Faßberger Kuratorium „Militärluftfahrt, Weltraum und Heide“, um sich für die Zukunft aufzustellen.

Den Bogen zum zweiten Gastgeber des Empfangs, dem Bundeswehrstandort Faßberg, spannte die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann. „Der Bundestag ist sich seiner Verantwortung bewusst, wenn er Soldaten in den nicht sehr einfachen Einsatz nach Mali schickt“, sagte sie. Am 9. Januar waren die ersten Soldaten aus Faßberg verabschiedet worden.

In seiner vorletzten Rede ging der Standortälteste, Oberst Gerhard Hewera, – am heutigen Mittwoch übergibt er das Kommando über das Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe an Oberst Georg von Harling – auf die veränderte Sicherheitslage ein, die unberechenbar geworden sei. Im Jahr 2017 werde erneut ein hoher Bedarf an professionell ausgebildeten und für das gesamte Spektrum militärischer Einsätze befähigte Soldaten benötigt.

Zuvor hatte Professor Joachim Block, Standortleiter Trauen, die Entwicklung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) dargelegt. „Ich bin optimistisch, dass sich die Umbrüche zum Guten auswirken“, sagte er. Bei der ESA-Ministerkonferenz seien im November die Weichen gestellt worden. „Wir sind da vom Brexit nicht betroffen und abhängig von den Amerikanern – mit Blick auf die derzeitige US-Politik ist das wichtiger denn je“, sagte Block. Auch beim DLR liege ein Schwerpunkt auf der Ausbildung des Nachwuchses. Die Raumfahrtforschung ist eine der Perspektiven, die die Gemeinde Faßberg den jungen Menschen bieten kann.