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Faßberg Faßberger Schulstandort bleibt umstritten
Celler Land Faßberg Faßberger Schulstandort bleibt umstritten
10:22 06.09.2016
Quelle: Oliver Knoblich
Faßberg

Klaus Glagla (Grüne) sprach sich gegen einen Umzug der Lerchenschule in das Gebäude der PHS aus. Die Lerchenschule sei in einem „Top-Zustand“, die PHS hingen befinde sich in einem „desolaten Zustand“. „Ein Umzug ist teuer, der unter den jetzigen Voraussetzungen überhaupt nicht in Frage kommt“, betonte Glagla. Einem Umzug würde er nur zustimmen, wenn der Landkreis die Sanierungskosten übernehme und eine weitere Nutzung des Schwimmbades und der Turnhalle durch die Lerchenschule bestehe. Lars Lorenz (WGF) verwies auf die Investitionen von drei Millionen Euro im Jahr 2001, die in die Grundschule geflossen seien.

Mit dem Ganztag, Aula, Mensa, Schwimmbad und Turnhalle werde ein umfassendes Angebot abgedeckt.„Der Umzug ist Verschwendung von Steuergeldern“, so Lorenz. Peter Pudschun (CDU) merkte an, dass das Problem nicht so einfach zu lösen sei. „Die Schülerzahlen gehen zurück und andere pädagogische Konzepte bedingen neue Raumplanungen“, so Pudschun. Eine Festlegung über einen möglichen Umzug sei insofern erst nach Vorlage des Gutachtens möglich. Carl-Wilhelm Kuhlmann (SPD) plädierte für den Erhalt der Grundschule am derzeitigen Standort. „Wir werden dem Landkreis diese Schrottimmobilie nicht abnehmen“, äusserte sich Kuhlmann hinsichtlich des Sanierungsbedarfs der PHS. Die Investitionskosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro bezeichnete er als „überteuerten Wahnsinn“.

Einzig Carsten Dickow (FDP) sprach sich für einen Standortwechsel unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Aspekte aus. In den frei werdenden Räumen der Lerchenschule sah Dickow die Option einer Vermietung an die Bundeswehr. Lorenz äußerte sich über eine Vermietung kritisch: „Es herrscht keine Planungssicherheit, da der Bund das Objekt möglicherweise nur für drei bis vier Jahre nutzt.“ Auch Kuhlmann sah in der konkreten Planung mit der Luftwaffenschule einen großen Unsicherheitsfaktor, da auch ein „Containerdorf auf dem Fliegerhorst oder ein Shuttle-Service“ im Gespräch seien. „Die Bundeswehr braucht Zeit. Der Umzug der Fachschule ist für das Jahr 2020 geplant. Wir müssen verhindern, dass die Fachschule den Standort verlässt“, betonte Pudschun.

Auch die Haushaltskonsolidierung war ein Themenpunkt des Abends. Als Bedarfszuschussgemeinde erhält die Gemeinde Faßberg vom Land Finanzhilfen. Mit neun Millionen Euro Schulden bestehe kurz- und mittelfristig keine Chance den Haushalt auszugleichen, erklärt Kuhlmann. „Wir können uns nicht tot sparen. Straßen müssen repariert und für den Bürger ein lebenswertes Wohnumfeld geschaffen werden“, so der SPD-Politiker. Auf erhöhte Steuereinnahmen hoffte Dickow, indem er mehr Gewerbe ansiedeln und die Einwohnerzahlen erhöhen will. Doch aufgrund der schlechten Verkehrsanbindung sehe er derzeitig keine Möglichkeiten für Gewerbeansiedlungen.

„Wir müssen keinen Profit machen, die schwarze Null reicht“, betonte Pudschun. Mit einem Gewerbesteueraufkommen von 1,2 Millionen Euro stehe die Gemeinde gut da und bei Airbus in Trauen seien steigende Tendenzen erkennbar, erklärte der CDU-Politiker. Einsparpotenzial sah Glagla beim Bauhof, das durch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Südheide umgesetzt werden könnte. Eine Fusion mit der Südheide lehnte Lorenz unter dem Aspekt eines möglichen Verlustes der Eigenständigkeit ab. Pudschun empfahl Wirtschaftsbetriebe in Form von Maschinen-Ringen mit der Gemeinde Südheide zu schaffen, um so „Synergien effektiver zu nutzen“.

Die Errichtung eines Luftbrückendenkmals, häufig auch als „Hungerharke“ benannt, wurde ebenfalls von den Politikern diskutiert. Auf die besondere Verbindung Faßbergs mit der Luftbrücke nach Berlin wies Dickow hin: „Diese ist ein Teil unserer regionalen Geschichte und auch eine Würdigung der Leistung von Menschen, die dabei ihr Leben verloren haben.“ Auch Kuhlmann sprach sich dafür aus, aber „der Standort muss stimmen und es dürfen keine Kosten entstehen.“ Für Pudschun stand an erster Stelle die Ermittlung der Kosten, dann werde über den Standort entschieden. Einen eventuellen Sponsor für das Projekt habe er allerdings schon im Auge. Ein mögliches Denkmal sei jedoch kein „touristischer Kracher“ fand Lorenz und sprach sich dagegen aus. Ebenso lehnte Glagla aufgrund der angespannten Haushaltslage das Denkmal ab.