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Faßberg Wie Hannibal – nur ohne Elefanten
Celler Land Faßberg Wie Hannibal – nur ohne Elefanten
16:33 08.01.2019
Von Christopher Menge
Eine Wanderung mache den Kopf frei, sagt Gerald Malysch. Der Faßberger überquerte die Alpen und kam am 26. Tag auf dem Markusplatz in Venedig an. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Faßberg

Der 60-Jährige hat seinen im vergangenen Jahr gefunden. Er ist von München nach Venedig gewandert. Nach knapp vier Wochen erreichte er sein Ziel – den Markusplatz in Venedig. "Es war ein unbeschreibliches und überwältigendes Gefühl, die über 550 Kilometer und 22.000 Höhenmeter geschafft zu haben", sagt Malysch.

Zu Beginn des Jahres hatte er von seiner Frau das passende Geschenk zum Geburtstag bekommen – einen Wanderrucksack in Ergänzung schon vorhandener und gut eingelaufener Wanderschuhe. "So inspiriert war eine längere Wanderung mit fortlaufendem Selbstfindungsprozess naheliegend", sagt Malysch.

Wachleiter bei der DLRG auf Baltrum

Während der Faßberger wie in jedem Jahr ehrenamtlich als Wachleiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft auf Baltrum arbeitete, reifte der Gedanke einer Alpenwanderung oder sogar einer Überquerung. "Mein Ziel war es, alleine von München nach Venedig von Hütte zu Hütte auf dem Traumpfad zu wandern", sagt Malysch.

Reise beginnt auf Marienplatz in München

Bei 33 Grad stand der Reserveoffizier dann am 8. August um 8 Uhr morgens auf dem Münchener Marienplatz, bepackt mit einem 14 Kilogramm schweren Rucksack. "Nach einer Woche habe ich diesen nicht mehr als unbequemen Begleiter wahrgenommen, sondern eher wie ein Rest Zivilisation aus der Heimat", erzählt der Wanderer.

In vier Abschnitten über Traumpfad

In vier Teilabschnitten – Voralpen mit Karwendelgebirge, Tirol, Südtirol mit Dolomiten und Piave-Ebene – bewältigte Malysch schließlich den Traumpfad. "Unterwegs habe ich viele neue Freunde kennengelernt und habe wichtige Tour-Regeln von erfahrenen Bergführern gelernt", erzählt Malysch. Ein Begleiter blieb ihm besonders in Erinnerung, er sagte immer: "Nix wird gefahren – alles wird gelaufen." Er kam aus St. Gallen. "Wir lernten uns auf dem Traumpfad kennen und liefen einige Etappen gemeinsam", berichtet Malysch. "Es ging so von Hütte zu Hütte, die Tagesetappen wurden am Vorabend besprochen und am darauffolgenden Tag in die Tat umgesetzt." Da keine Verkehrsmittel benutzt wurden, meldeten sich die Muskeln regelmäßig. "Wichtig ist, dass man sich täglich die Füße mit Hirschtalgsalbe einschmiert, damit man sich keine Blasen läuft", sagt Malysch, der beim ASV Faßberg auch Radtouren organisiert.

Markusplatz in Venedig erreicht

Am 26. Tag seiner Wanderung erreichte der Faßberger schließlich Venedig. "Alle Anstrengungen waren nun vergessen und meine früher gelaufenen Marathons waren nicht vergleichbar mit diesem fast Vierwochen-Marathon", sagt Malysch. Er sei praktisch wie einst Hannibal über die Alpen gewandert – nur ohne Elefanten.

"Wanderung macht Kopf frei"

"Meine Frau und die Familie nahmen mich nach den Wochen als Einsiedler wieder in ihren Kreis der Zivilisation auf und nach einigen Erzählungen fiel mir auf, dass sich die Menschen in der heutigen schnelllebigen Welt keine Zeit mehr nehmen, sich mit den einfachen Dingen des Lebens zu beschäftigen", erzählt Malysch. "Die Nachwirkungen hielten bei mir etwa bis Weihnachten vor. Nun bin ich wieder normal und bekomme täglich etwa 30 E-Mails und 100 andere Informationen und Nachrichten, die ich eigentlich auf meinem Traumpfad nicht unbedingt vermisst habe."

So eine Wanderung mache den Kopf frei. Daher will Gerald Malysch auch in diesem Jahr seine Wandertouren fortsetzen. Wer für 2019 ein ähnliches Ziel hat, dem kann der Faßberger wertvolle Tipps geben.

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