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Faßberg Faßberger werben bei Luftfahrtmesse für Standort
Celler Land Faßberg Faßberger werben bei Luftfahrtmesse für Standort
16:38 03.06.2016
Führten Gespräche bei der ILA (von links): Joachim Block vom Deutschen Zentrumfür Luft- und Raumfahrt, Bürgermeiser Frank Bröhl, Wirtschaftminister Olaf Lies, der Standortälteste des Fliegerhorstes Oberst Gerhard Hewera und Oliver Ludwig,Leiter der Aktivitäten von Airbus Defence and Space. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Faßberg

„Meine höchsten Erwartungen sind übertroffen worden und es ist ein guter Weg gewesen“, sagte Bröhl. Man habe viele interessante Gespräche geführt. Ob sich daraus demnächst einmal Firmenansiedlungen ergeben, kann Bröhl derzeit nicht sagen, auf jeden Fall sei es aber sehr positiv verlaufen.

Der Bürgermeister bedankte sich ausdrücklich bei Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Ohne die Hilfe des Ministeriums und die Hilfe des Ministers hätte das nie so gut funktioniert“, sagte Bröhl. Lies besuchte die Faßberger im „Chalet West”. Dort kann man das Fluggeschehen auf der ILA beobachten und geschäftliche Kontakte pflegen. Die Gemeinde hatte sich für einen Vormittag bei der Niedersachsen-Aviation eingemietet. Die Organisation entwickelt und begleitet laut Bröhl Zukunftsprojekte für den Luft-und Raumfahrtstandort Niedersachsen.

„Niedersachsen neigen eher zur Bescheidenheit, man muss aber auf sich aufmerksam machen. Es ist die absolut richtige Entscheidung, sich hier zu präsentieren“, lobte Minister Lies.Die Rahmenbedingungen, die Faßberg biete, seien nicht nur heute interessant, sondern vor allen Dingen für die Zukunft: „Als Feld wo man testen kann, als Umfeld wo man qualifizieren und ausbilden kann, aber genauso entwickeln und bauen kann“, so Lies.

"Wenn man heute die Chance nutze, sich zu positionieren, wie das die Gemeinde Faßberg hier auf der ILA macht, dann bin ich davon überzeugt, dass wir mit Geduld und Durchhaltevermögen morgen und übermorgen Arbeitsplätze gerade in dieser Region schaffen“, sagte Lies. Neben Bröhl waren auch Joachim Block vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, der Standortälteste des Fliegerhorstes Oberst Gerhard Hewera sowie Oliver Ludwig, Leiter der Aktivitäten von Airbus Defence and Space in Faßberg-Trauen in Berlin.

Block schwärmt von Faßberg, wo seit den 30er Jahren an Strahlantrieben geforscht und gearbeitet wird. Und es ist der einzige Ort in Deutschland, an dem auch heute noch Raketenantriebe erprobt werden können. Zwar hätte es einen langen Dornröschenschlaf gegeben, „aber Dornröschen ist gerade dabei zu erwachen”, sagt Block und wirbt um weitere Nutzer auf seinem Testgelände. Mieter ist auch die Raketen-Abteilung des französisch-deutschen Airbus-Konzerns. Als zur Zeit erfolgreichste Entwicklung präsentiert Oliver Ludwig das Rettungssystem für U-Boote, kurz Resus genannt. Es ist im Prinzip ein Raketenantrieb ohne Düse, der im Handumdrehen eingedrungenes Wasser aus dem Bootskörper ausbläst und das Auftauchen ermöglicht.

Hewera war als Vertreter des Fliegerhorstes Faßberg mit dem Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe mit dabei. 1200 Auszubildende und Lehrgangsteilnehmer sind jederzeit in Faßberg anzutreffen, machte Hewera die Potenziale deutlich.

Von Tore Harmening