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Faßberg Flugverbot für NH 90 am Faßberger Fliegerhorst
Celler Land Faßberg Flugverbot für NH 90 am Faßberger Fliegerhorst
18:33 09.02.2015
    Derzeit gibt es nur Wartung am Boden: Alle NH90 dürfen nicht fliegen. Quelle: Tore Harmening
Faßberg

Hintergrund ist ein Problem mit der Feuerlöschanlage an den Maschinen. Eine solche hatte bereits Probleme bei einem der in Afghanistan stationierten Hubschrauber ausgelöst. Als das System von der Besatzung ausgelöst wurde, gab es technische Probleme. Laut dem Bundestagsabgeordneten Tobias Lindner ist sogar ein Kurzschluss möglich. Der betroffene NH90 musste bis Dezember auf dem Flugplatz Termez in Usbekistan bleiben. Erst kurz vor Weihnachten bekamen die Faßberger die Maschine zurück.

Lange Zeit hieß es, bei dem Defekt handele es sich um einen Einzelfall. Jetzt aber hat Airbus darauf hingewiesen, dass es sich doch um ein generelles Problem am Overhead-Control-Panel handelt, also den Bedienelementen über dem Kopf des Piloten. „Um die Sicherheit der Besatzungen nicht zu gefährden, wurde der Routineflugbetrieb eingestellt. Wir erwarten jetzt aber schnellstmöglich eine Beseitigung des Problems durch den Hersteller”, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb einer Woche, dass die Hubschrauber nicht starten können. In der vergangenen Woche mussten die Heideflieger am Boden bleiben, weil eine überarbeitete Wartungssoftware zu massiven Schwierigkeiten führte.

Die Probleme sind nicht nur ärgerlich für die Soldaten, die ihre Zeitpläne neu aufstellen müssen. Sie könnten auch ein mögliches weiteres Regiment am Standort Faßberg nach hinten auf die Agenda befördern. Tobias Lindner, Bundestagsabgeordneter der Grünen im Verteidigungsausschuss, forderte bereits, die Anschaffung weiterer Maschinen auf den Prüfstand zu stellen. „In dieser Situation darf die Bundesverteidigungsministerin die Rahmenvereinbarung, mit der wohl für über acht Milliarden weitere Hubschrauber gekauft werden sollen, nicht durch den Haushaltsausschuss peitschen, sondern muss darauf bestehen, dass zuerst die Ursache der jetzigen Probleme aufgeklärt und die Probleme gelöst werden“, sagte Lindner.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann sieht aber durch die Schwierigkeiten beim NH90 kein generelles Problem mit einem weiteren Regiment. „Wir brauchen diese Fähigkeit unabhängig von der Frage, welche Hubschrauber dafür verwendet werden”, so Lühmann.

Der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU, Henning Otte, sieht die Flugsperre als richtigen Schritt im Sinne der Sicherheit. „Auswirkung auf die Beschaffung weiterer NH90 sehe ich nicht, da bei später ausgelieferten Hubschraubern die Probleme bereits bei der Werksmontage behoben seien sollen”, so Otte. Im Zusammenhang mit einer möglichen Stationierung weiterer 22 NH90 in Faßberg rate er derzeit zur Zurückhaltung, obgleich er für die Standortvorteile Faßbergs hinter den Kulissen werbe.

Von Tore Harmening