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Faßberg Forschung ganz nah miterleben
Celler Land Faßberg Forschung ganz nah miterleben
17:37 14.12.2011
Hˆchste Pr‰zision zeichnen die von Martin Nielsen angefertigten St¸cke aus. Quelle: Udo Genth
Faßberg

Martin Nielsen aus Faßberg ist der Beste. Anfang Dezember wurde der Feinwerkmechaniker beim 60. Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks Bundessieger. Diese Spitzenstellung wurde ihm mit Urkunde und Medaille bestätigt.

Eigentlich ist Martin Nielsen ein Bayer, zumindest wurde er 1990 in Fürstenfeldbruck geboren, rund 25 Kilometer westlich von München. An die Stadt hat er allerdings keinerlei Erinnerung, denn bereits drei Jahre später kam er mit seinen Eltern nach Faßberg, besuchte hier die Grundschule und wechselte später zur Realschule in Hermannsburg.

Beim Unternehmen Astrium, einer Tochtergesellschaft der EADS, im nahen Trauen verbrachte er zwei Wochen lang ein Praktikum, es machte ihm Spaß: „Ich wollte nichts mit Büro oder so, das wäre nicht mein Ding“, sagt Martin Nielsen. Ihm schwebte mehr Handwerkliches vor, eine Tätigkeit, in der er Praktisches bauen konnte. So begann er 2007 eine Lehre bei Astrium in der Metallbearbeitung. „Die umfasste Zerspanen, Drehen, Sägen“, erläutert der junge Faßberger.

Die Ausmaße der zu bearbeitenden Werkstücke richten sich nach dem Betrieb und kann von Uhrmachergröße bis zur Schiffskurbelwelle reichen. Ganz besonders gefreut hat ihn, dass er einer von nur fünf Auszubildenden war. „Immer hat sich jemand Zeit für mich genommen“, erinnert sich Nielsen an seine positiven Erfahrungen. Seine Tätigkeit wurde in die laufende Produktion eingebunden. Die betrifft sowohl Rettungsgerät für Unterseeboote wie ganz besonders die Fertigung von Raketen zur Schwerelosigkeitsforschung. Das bedeutete, Martin Nielsen hatte in der Regel Einzelstücke anzufertigen. „Es ist schon toll, Forschung ganz nah mitzuerleben“, beschreibt der einstige Lehrling seine Gefühle im Rückblick.

Martin Nielsen legte die Gesellenprüfung mit einer überdurchschnittlichen Note ab und errang im regionalen Leistungswettbewerb der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade den ersten Platz. Damit war er berechtigt, am gleichartigen Wettbewerb auf Landesebene teilzunehmen. Da er auch diese Ausscheidung an Sieger beendete, nahm er an dem Bundeswettbewerb in Northeim teil. Und siegte erneut.

Inzwischen besucht Martin Nielsen die Fachoberschule in Celle. Sein Wunsch ist es, an der Universität Bremen Maschinenbau zu studieren.

Es ist eine erfreuliche Duplizität, dass eine weitere Platzierte dieses Wettbewerbs ebenfalls aus dem Nordkreis kommt: Friseurin Pia Heinrich wurde Dritte. Sie lernte im Frisiersalon Sandra von Sante in Bergen.

Von Udo Genth