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Faßberg Frauenwoche in Faßberg: Vier Schritte bei Selbstverteidigung
Celler Land Faßberg Frauenwoche in Faßberg: Vier Schritte bei Selbstverteidigung
18:01 30.10.2016
Faßberg

Susanne soll in die auf dem Heimweg liegende Kneipe gehen. Oder jemanden anrufen. Notfalls irgendwo klingeln. Auf jeden Fall nicht tatenlos das Schicksal herausfordern. „Wenn es Ihre Tochter wäre, dann würden Sie doch auch alles tun, um sie vor Schaden zu bewahren. So wichtig sollten Sie sich selbst auch nehmen“, ermutigte Kriminalhauptkommissarin Doris Adlung die Teilnehmerinnen aus Faßberg und Hermannsburg.

Wie kritisch die Situation auch ist, in die man als Frau geraten kann, Adlung empfiehlt, in vier Schritten vorzugehen: hinschauen, der Wahrnehmung trauen, entscheiden, handeln. Und rechtzeitig handeln, bevor es brenzlig wird. Der beste Schutz sei, es erst gar nicht zu einem Überfall kommen zu lassen. Deshalb steht für die Polizei Celle auch die Prävention an erster Stelle.

Bereits in Müden ausprobieren konnten die Frauen, wie es sich anfühlt, nicht wehrlos zu sein. Von einer resolut ausgestreckten Hand, die einen Angreifer auf Distanz hält, über einen kräftigen Schlag bis hin zu einem gezielten Tritt wurde alles mal getestet. Eine von Adlung zitierte Studie hat ergeben, dass bereits leichte Gegenwehr dazu führt, dass in fast zwei Drittel der Fälle die Tat abgebrochen wird. Das derzeit sehr beliebte Pfefferspray wird von der Polizei allerdings nicht empfohlen. Die Gefahr sei groß, den Angreifer damit nicht richtig zu treffen oder es sogar selbst abzubekommen.

Auch weitere Programmpunkte der Faßberger Frauenwoche, die am Sonntag zu Ende gegangen ist, beschäftigten sich mit der Frage, wie Frauen besser für sich selbst sorgen können, sei es durch die Besinnung auf eigene Bedürfnisse, sei es durch eine Stress abbauende Klopf-Akupressur. Ein Konzert, ein Flohmarkt und ein Trommelworkshop rundeten das Programm ab. Organisatorin Mona Müller-Bruhn vom Präventionsrat Faßberg hätte sich bei manchen Veranstaltungen mehr Teilnehmerinnen gewünscht, zeigte sich aber insgesamt zufrieden mit der Resonanz. Eine Fortsetzung in zwei Jahren sei vorstellbar.

Von Sonja Richter