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Faßberg Friedrich setzt auf Miteinander
Celler Land Faßberg Friedrich setzt auf Miteinander
17:18 05.06.2012
Gerdehaus

„Ich bin bereit, Rede und Antwort zu stehen“, sagt Brigitte Friedrich. Die Geschäftsführerin der Pflegeeinrichtung im ehemaligen Landhaus Gerhus reagiert damit auf Kritik am Verhalten von Heimbewohnern, die bei einem Informationsabend der CDU in Faßberg von Bürgern geäußert worden war. Heimbewohner hätten sich ungebeten auf ihren Grundstücken aufgehalten, gebettelt oder hilflos neben der Straße gelegen, hatte es bei der CDU-Veranstaltung geheißen. „Der Grundtenor all dieser Schilderungen war, dass sich offensichtlich niemand richtig um die Heimbewohner kümmere, diese auch nicht ausreichend beschäftige und sie sich somit selbst überlassen seien“, heißt es hierzu in einer Pressemitteilung der CDU.

Dem widerspricht Friedrich: „Wenn tagsüber Bewohner in Gerdehaus sind, werden sie auch fachlich betreut. Sie sind nie allein vor Ort.“ Die Bewohner hätten ein Recht, spazieren zu gehen. Dabei habe es in der Vergangenheit zwei Vorfälle gegeben. Es seien Konsequenzen gezogen worden, in beiden Fällen sei den Bewohnern der Platz gekündigt worden. Ein Bewohner habe die Einrichtung inzwischen verlassen, für den zweiten werde ein neuer Platz gesucht. „Wir dürfen niemand in die Obdachlosigkeit entlassen“, sagt Friedrich.

Die Teilnahme an der CDU-Veranstaltung habe sie kurzfristig abgesagt, weil sie selbst am nächsten Tag bei einer Pressekonferenz über den Stand der Dinge berichtet habe, sagt Friedrich. Dadurch sollten alle den gleichen Kenntnisstand erhalten.

„Ich möchte nicht, dass die Bewohner verurteilt werden“, so die Geschäftsführerin. Sie seien nicht gefährlich, stellt sie klar. Und wenn Bewohner der Einrichtung betteln gingen, sei ihr das unangenehm. Es dürfe aber nicht über alle der Stab gebrochen werden. Sollten sich Vorfälle mit den Bewohnern ereignen, bitte sie um eine direkte Mitteilung. „Es muss ein vernünftiges Miteinander geben“, appelliert Friedrich. Sie hätte sich auch gewünscht, dass sich der CDU-Vorsitzende Hans-Jürgen Birk nicht über ihre Mitarbeiter, sondern direkt an sie gewandt hätte. „Er weiß, dass ich Geschäftsführerin bin“, sagt sie.

Friedrich hofft, dass die Arbeiten am Neubau der Einrichtung in diesem Monat wieder aufgenommen werden können. Durch Handwerkerfehler und den Baustopp waren die Arbeiten in Gerdehaus stark in Verzug geraten.

Von Joachim Gries