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Faßberg Für Berliner geschuftet
Celler Land Faßberg Für Berliner geschuftet
17:32 27.08.2018
Gedenkfeier zum Ende der Luftbrücke vor 69 Jahren, aufgenommen am 27.8.18 in Faßberg von links: Frank Bröhl, Jörn Schepelmann, Ludger Osterkamp, Georg von Harling Quelle: Christopher Menge
Faßberg

Vier Männer standen auf dem Lastwagen, zwei warfen die 80 bis 90 Pfund schweren Kohle-Säcke zur Tür des Flugzeuges, wo zwei weitere Männer das schwarze Gold an vier Läufer übergaben. Einer von diesen Männern war Rolf Polster. Als 17- beziehungsweise 18-Jähriger schuftete er in Faßberg, damit die Menschen im eingeschlossenen Berlin versorgt werden konnten.

Auf dem Platz der Luftbrücke erinnerte der Vorsitzende der Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin, Ludger Osterkamp, an die großartige Leistung in den Jahren 1948 und 1949. "Hier in Faßberg schufteten fast 5000 Personen oftmals Tag und Nacht in jeweils drei Acht-Stunden-Schichten, damit die Flugzeuge beladen werden konnten", sagte der Oberstleutnant, ehe er mit Vertretern aus Politik und Bundeswehr der Opfer der Luftbrücke gedachte.

Polster gehörte zur Einheit 461 der German Civil Labour Organisation (Deutsche zivile Arbeitsorganisation), die von Detmold nach Faßberg verlegt worden war, um die Flugzeuge zu beladen. "Zunächst wurden wir auf Dachböden auf dem Fliegerhorst untergebracht, dann in Zelten im Lager Trauen, wo dann für den Winter Nissenhütten gebaut wurden", erinnert sich der Zeitzeuge. "Es war eine anstrengende Arbeit, aber man wusste schon damals um die Wichtigkeit."

Osterkamp betonte, dass ein Scheitern der Luftbrücke eine vollkommen andere Geschichte zur Folge gehabt hätte. "In der dann entstehenden DDR hätte es nur ein Berlin gegeben, die entstehende Bundesrepublik und die DDR wären weiter eigenständige Staaten geblieben, die Akten der deutschen Frage würden im Archiv verstauben, sogar ein einheitliches Deutschland sozialistischer Prägung wäre denkbar", so Osterkamp.

Knapp 540.000 Tonnen Kohle waren ab Faßberg per Luft in das blockierte Berlin transportiert worden. Insgesamt wurden während der gesamten Luftbrücke in etwa 278.000 Flügen etwa zwei Millionen Tonnen Güter eingeflogen. "Eine technische und logistische Meisterleistung", sagte Osterkamp. Polster meinte, dass so etwas heute keiner mehr zustande bringen würde.

Originalflugzeug
schwebt über Faßberg

Dementsprechend groß sind die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des letztes Fluges im kommenden Jahr geplant. Viele Bürger haben sich aber jüngst vermutlich schon die Augen gerieben, als eine Douglas DC-3, ein Originalflugzeug aus der Luftbrückenzeit, über Faßberg schwebte und auf dem Fliegerhorst landete. Im Vorfeld des 70. Luftbrücken-Jubiläums 2019 war der dänische Verein „DC-3-Vennerne“ (DC-3-Freunde) nach Faßberg geflogen, um sich über den Fliegerhorst Faßberg, dessen Start- und Landebahn und die weiteren Örtlichkeiten zu informieren.

So wird die DC-3 einer von 30 bis 40 „Rosinenbombern“ sein, die Mitte Juni 2019 gemeinsam mit historischen Fahrzeugen die Luftbrücke nach 70 Jahren noch einmal aufleben lassen werden. Unter anderem wird die Deutsche Fernsehlotterie im kommenden Jahr ein Wochenende in der Lüneburger Heide verlosen, verbunden mit einem Mitflug in diesem historischen Luftfahrzeug.

Von Christopher Menge

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