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Faßberg Garten in Müden liefert Medizin und Gewürze
Celler Land Faßberg Garten in Müden liefert Medizin und Gewürze
17:03 06.07.2017
Von Christopher Menge
Müden (Örtze)

MÜDEN. "Wichtig ist, dass die Kräuter in der Nähe der Küche wachsen, damit man trockenen Fußes hinkommt", sagt Schott lächelnd. Schnittlauch, Knoblauch, Thymian oder Bohnenkraut wachsen daher in dem Beet, das an die Terrasse anschließt. "Estragon muss man vorsichtig dosieren", sagt der 78-Jährige. Wen wundert es: Estragon ist schließlich relativ nahe mit dem Wermut verwandt. "Der schmeckt nicht freundlich, aber er hilft innerhalb von einer halben Stunde, wenn man sich den Magen verdorben hat", sagt der Kräuterexperte und weist dabei auf die heilende Wirkung von Kräutern hin.

Eine wichtige Würzpflanze ist für den Müdener inzwischen auch Koriander. "Vor zehn Jahren hat man das in keinem Rezept gefunden", sagt Schott, "aber inzwischen wurde das fernöstliche Kraut auch bei uns entdeckt." Koriander gibt aber nicht nur Essen eine gewisse Würze, sondern soll auch gut für die Gelenke sein. Wer Probleme beim Einschlafen hat, greift dagegen zur Zitronenmelisse.

"Ich habe Würz-, Heil- und Duftkräuter in meinem Garten", erzählt der Naturfreund, "Salbei ist alles – und sieht auch noch gut aus im Rosenstrauß." Wenn Schott ein Kratzen im Hals verspürt, macht er sich einen Salbeitee, um einer Erkältung vorzubeugen. "Hammelfleisch ohne Salbei ist für mich auch nicht denkbar", sagt der Müdener, der meint, dass außerdem eine Süßdolde in jeden Garten gehöre – für die Kinder. "Die Früchte schmecken wie Lakritzbonbons."

Der Kräuterfachmann weiß außerdem, dass Rosmarin belebend wirkt. Im Gegensatz dazu hat Baldrian auf den Menschen eine beruhigende Wirkung. "Bei Katzen bewirkt dieses Kraut allerdings das Gegenteil", sagt Schott. Manche Miezen reagieren aufgeregt. Hintergrund ist, dass speziell die Alkaloide auf Katzen ähnlich wie Sexuallockstoffe wirken sollen.