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Faßberg "Grausamer" Radweg: Faßberger schaltet Politik ein
Celler Land Faßberg "Grausamer" Radweg: Faßberger schaltet Politik ein
18:38 24.10.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: Oliver Knoblich
Faßberg

Der Zustand der Asphalt-Decke, der über einige Strecken hinweg von Wurzeln aufgebrochen wurde, ist Neumann ein Dorn im Auge. „Das ist einfach nur grausam“, sagt er. Der 61-Jährige fährt jeden Morgen mit dem Fahrrad zwischen Faßberg und Unterlüß und setzt sich schon seit fünf Jahren für eine Sanierung ein. „Jeden Morgen musste ich meiner Frau Birgit eine Nachricht schreiben, wenn ich bei der Arbeit angekommen war. Sie hatte zu sehr Angst, dass ich irgendwo im Straßengraben liege“, erklärt der Faßberger. Auf der Strecke habe es in den vergangenen Jahren mehrere Fahrradunfälle gegeben. Wenn man wegen einer Kreisstraße anrufe, seien Schäden in der Regel in zwei bis drei Tagen erledigt, so Neumann.

„Irgendwann hatte ich die Schnauze voll“, so der Faßberger. Er nutzte „die Gunst der Stunde“ und schrieb allen demokratischen Parteien im Rahmen der Bundestagswahl einen Brief, in dem er über die Gefahren beim Radfahren informierte. Die einzigen, von denen Neumann eine Rückmeldung bekam, war die SPD. Der scheidende Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt habe zweimal in der Straßenmeisterei Celle angerufen, „damit der Weg zumindest erst einmal gesäubert wird“, sagt Neumann. Die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann sicherte zu, die Beschwerde nebst der umfangreichen Bestandsaufnahme der Radwegschäden an Minister Lies weiterzuleiten.

Laut Lühmann habe das niedersächsische Ministerium zugesagt, dass „der Radweg von Unterlüß nach Hankenbostel im Jahr 2018 mit einer größeren Erhaltungsmaßnahme saniert“ werde. Neumann ist zufrieden. „Ich bin gespannt, wie die Sanierungen dann in der Realität aussehen werden.“

Die Radwegschäden auf der L 280 sind kein Einzelfall. Im ganzen Landkreis Celle gibt es Radwege sowohl an Landes- als auch an Kreisstraßen, die einige Schäden aufweisen. „Radwege unterliegen wie alle Straßen allerdings auch normaler Abnutzung“, sagt Landkreis-Pressesprecher Tore Harmening. Gravierende Mängel seien ihm an den Kreisstraßen nicht bekannt. Häufiger gebe es sogenannte Verdrückungen in der Fahrbahn. „Diese entstehen durch die verschiedenen Witterungseinflüsse und Kräfte, die über die Jahre auf den Belag einwirken“, so Harmening.

Grundsätzlich investiere der Landkreis jedes Jahr in die Radwege, die in seine Zuständigkeit fallen. „Für Landesstraßen ist aber das Land zuständig“, erklärt der Pressesprecher. Neben der nun geplanten Unterstützung der Radwegsanierung der L 280 stehen auch beim Landkreis Celle für das kommende Jahr einige Radwege auf der Agenda. „Im Haushaltsentwurf steht, dass unter anderem an der K 50 bei Bockelskamp, an der K 34 im Bereich Habighorster Höhe und an der K 50 bei Wienhausen im Jahr 2018 Sanierungen vorgesehen sind.“ Darüber müsse nun allerdings noch die Politik entscheiden. (als)