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Faßberg Heideblüte dauert länger
Celler Land Faßberg Heideblüte dauert länger
17:39 03.08.2010
der neunjährige Lennart und seine drei Jahre jüngere Schwester Carolin beobachten am Haußelberg bei Müden die ersten Erika-Blüten Quelle: Udo Genth
Faßberg

Im zarten Lila erstrahlt die Heide von Anfang August bis in den September. Die wichtigsten Wochen im Jahr für die Tourismuswirtschaft der Region. „Ein großer Teil des Umsatzes wird in dieser Zeit von den Hotels und Gaststätten sowie Ferienapartments gemacht“, sagt der Chef der Lüneburger Heide GmbH, Ulrich von dem Bruch.

Doch in diesem Jahr drohte das Wetter die Hauptsaison sprichwörtlich auszutrocknen. Das heiße Wetter im Juli sorgte dafür, dass die Sorgenfalten bei den Hotel- und Gaststättenbetreibern wuchsen. Aber jetzt können die Touristiker ein wenig aufatmen. Denn Dirk Mertens, Landschaftspfleger von der Stiftung Naturschutz Lüneburger Heide gibt nicht nur Entwarnung was die Trockenheit angeht, sondern erwartet sogar eine Verlängerung der Heideblütensaison.

„Durch die Regefälle der vergangenen Tage wird die Heide an den Stellen, die besonders trocken waren, jetzt noch Knospen treiben“, sagt Mertens. Die einzelnen Heidepflanzen werden also nicht länger blühen, aber es wird zu Verschiebungen kommen, so dass Besucher wenn alles gut läuft noch zwei oder drei Wochen länger an manchen Stellen blühende Heideflächen sehen können. Gerade zeigen sich zum Beispiel am Haußelberg in Faßberg die ersten Erika-Blüten.

Volker Tewes, Vorsitzender des Müdener Verkehrsvereins sieht das als gute Nachricht. „Wenn sich die Saison verlängert, würde mich das freuen“, sagte Tewes. Unter den Betreibern war das heiße Wetter nach seinen Worten in den vergangen Wochen häufiger ein wichtiges Thema. „Als wir schon mal so einen heißen Sommer hatten, gab es viele enttäuschte Gäste, die wegen der Heideblüte gekommen waren und dann keine geboten bekamen“. Neben unzufriedenen Gästen wäre der wirtschaftlich Schaden immens gewesen.

Wie viel Kapital sich aber aus der Verlängerung der Heideblüte schlagen lässt, ist hingegen ungewiss. „Wir werden sicher eine „Last-Minute“-Kampagne machen und das Thema bewerben“, sagt Ulrich von dem Bruch. Er erwartet dadurch aber keinen durchschlagenden Effekt. Generell hätte 2010 nach seinen Worten besser laufen können. Schuld an den nicht so guten Zahlen ist zum einen die extreme Hitze, die für die Zielgruppe der Heide-Touristen eher abschreckend wirke. Zum anderen sei das Wetter in anderen Phasen aber auch zu wechselhaft gewesen und in der Buchungszeit hab es Regen gegeben.

Von Tore Harmening