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Faßberg Historiker beschäftigen sich mit Faßberger Nazi-Glocke
Celler Land Faßberg Historiker beschäftigen sich mit Faßberger Nazi-Glocke
15:12 17.01.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Faßberg

„Die Glocke muss schweigen – dann können wir diskutieren“, sagt Springhorn. „Es gibt auch andere Möglichkeiten, zum Gottesdienst zu rufen.“ Aus Sicht der Gruppe gebe es keinen Grund, an der Glocke mit dem Hakenkreuz festzuhalten. Vor dem Gottesdienst am Buß- und Bettag, bei dem der Kirchenvorstand seine Überlegungen präsentierte, hatte Springhorn Flyer mit der Forderung, dass der ganze Ort in den Entscheidungsprozess eingebunden werde, verteilt. „Das ist nach wie vor unser Ansinnen“, sagt Springhorn. „Wir suchen das Gespräch.“

Redebedarf in der Gemeinde erkennt auch Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl, der im engen Austausch mit Pastor Rudolf Blümcke steht. „Es gibt sowohl mit der Kirche als auch der Gemeinde einen regen Schriftwechsel.“ Manche kritisieren die Entscheidung des Kirchenvorstandes, manche haben dafür große Sympathien und finden es richtig, dass die Glocke erhalten bleiben soll.

„Das ist ein wichtiges Thema für die Gemeinde, daher soll es vor den Sommerferien ein Expertenforum geben“, sagt Bröhl. „Ich hätte gerne einen früheren Termin, aber es braucht Zeit, gute Experten zu finden und diese müssen sich dann ins Thema einarbeiten und sich vorbereiten.“ Der Verwaltungschef bemüht sich derzeit, einen Militärhistoriker zu gewinnen.

Pastor Blümcke hat in den vergangenen Wochen auch schon selbst die Akten im Archiv gewälzt. Er ärgert sich, dass vieles „so wenig differenziert dargestellt“ würde. „Das ist ein Thema, dem sich jede Generation neu stellen muss, aber man sollte da weniger aufgeregt, sondern nüchtern rangehen“, sagt Blümcke.

Der Kirchenvorstand hatte vorgeschlagen, künftig eine weitere kleine Glocke in den Dachreiter der Michaelkirche zu hängen. Sie könnte, verziert mit einem Zitat des von den Nazis ermordeten Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, der alten Glocke akustisch etwas entgegensetzen.

Der Großteil der Gemeinde habe sich gegenüber Blümcke für den Erhalt des Geläuts mit den NS-Symbolen ausgesprochen. „Da es unsere einzige Glocke ist, wäre bei uns sonst Stillstand“, so der Pastor, „es ist mein Bedürfnis, die Faßberger in großer Zahl mitzunehmen.“ Er habe von den meisten „Schulterklopfer“ für die Entscheidung des Kirchenvorstandes bekommen, andere wollten sich konstruktiv einbringen. „Was wir aber nicht brauchen, sind Leute, die Unfrieden im Ort schaffen und uns mit Dreck beschmeißen“, findet der Pastor klare Worte. Das Vorgehen der Gruppe um Springhorn ist ihm offensichtlich aufgestoßen.

Nichtsdestotrotz hat der Pastor inzwischen die Kirchenhistorikerin Mareike Rake, Leiterin des Landeskirchlichen Archivs Hannover, dafür gewonnen, sich mit dem Thema der Faßberger Glocke zu beschäftigen. „Wenn die beiden Historiker dazu gearbeitet haben, werden wir den weiteren Umgang mit der Glocke und unserer Geschichte in einer Podiumsdiskussion erörtern“, sagt Blümcke.

Höchstwahrscheinlich wird es aber auch bis dahin weiterhin kontroverse Diskussionen um die Glocke mit dem Hakenkreuz geben.

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