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Faßberg Infos zum Schmallenberg-Virus
Celler Land Faßberg Infos zum Schmallenberg-Virus
17:57 12.03.2012
Dr. Heiko Wessel informierte ¸ber das Schmallenberg-Virus Quelle: Udo Genth
Faßberg

MÜDEN. Carl Wilhelm Kuhlmann hatte als Vorsitzender des Verbandes Lüneburger Heidschnuckenzüchter die Mitglieder begrüßt. Auf das Schmallenberg-Virus eingehend, bedauerte Kuhlmann, dass die Tierseuchenkasse keine Zahlungen leiste an Züchter, deren Tiere von der Krankheit betroffen sind. Wessel stellte heraus, dass die Kasse aus rechtlichen Gründen nicht zahlen kann, eben weil die Auswirkungen noch nicht erfasst sind.

Seit das Virus im Oktober vorigen Jahres erstmalig in der sauerländischen Stadt Schmallenberg entdeckt wurde, breitete es sich rasend schnell aus. In drei Monaten überbrückte es mehr als 350 Kilometer und ließ sich nicht einmal durch den Ärmelkanal aufhalten. „Wir haben allein in Niedersachsen bisher rund 210 gemeldete Fälle“ stellte Wessel fest, die Dunkelziffer sei wohl drei Mal so hoch.

Vieles ist ungeklärt. Erst wenige Annahmen ließen sich durch eigene Beobachtungen und Analogieschlüsse aus zwei Virus-Verwandten ableiten, führte Wessel aus. So tritt das Virus zwar bei Wiederkäuern auf, also Rindern, Schafen und Schnucken, ob es gleichermaßen bei Wildtieren vorkommt, ist unbekannt. Es befällt im Uterus der Tiere die Feten und bewirkt Verkrüppelungen der Gliedmaßen, Kiefermissbildungen und Gehirndeformationen. Menschen werden nicht infiziert, auch nicht über den Umweg von Lebensmitteln.

Übertragen wird das Virus durch Insekten. Da diese jedoch nicht gegen Kälte resistent sind, im Winter also sterben, ist ein Abflauen der Krankheiten anzunehmen. Wessels: „Ich vermute, dass es für die Krankheit im nächsten Jahr kein ‚da capo‘ geben wird“. Heißt: Im nächsten Sommer kommt das Virus wohl nicht wieder.

Von Udo Genth