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Faßberg Jungfernflug von Faßberg aus geglückt
Celler Land Faßberg Jungfernflug von Faßberg aus geglückt
13:12 29.06.2016
Der achtjährige Lasse Bukowski und sein Vater Sven sitzen in einer Piper L 18 Probe. Später gehen sie mit einer Cessna 172 in die Luft. Quelle: Udo Genth
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Hier aber stand ein einmotoriges Sportflugzeug, in das sie einsteigen sollten.

"Seit mindestens 30 Jahren beteiligen wir uns an den Ferienpassaktionen", erklärte Klaus Prägler. Der frühere Soldat hatte vor knapp zwei Jahrzehnten den Vorsitz des Clubs übernommen. Bisher ist das Kinder-Fliegen stets unfallfrei abgelaufen. Die Sicherheit bereitet dem Vorsitzenden keine Sorgen, eher schon das langsame Schwinden der Mitgliederzahl des Clubs, besonders der Nachwuchs fehlt. "Fliegen ist nun mal kein billiges Hobby, das junge Leute anzieht", meinte Prägler. Immerhin kostet ein Liter Flugbenzin mehr als zwei Euro.

Lasse und sein Vater Sven waren am Sonntagmittag die einzigen Fluggäste im Rahmen der Ferienpassaktion. Sie hatten sich erst einmal auf dem Clubgelände am Rande des Faßberger Fliegerhorstes umgesehen. Besonders intensiv ließen sie sich über eine kleine, auffällig gelb lackierte Maschine informieren. Es war eine Piper L 18, die vor langer Zeit für die Auswahlschulung der Bundeswehr benutzt wurde. Sogar hineinsetzen durften sich die beiden und so eine Vorahnung vom Fliegen erleben. Dann aber stiegen sie in das Flugzeug, das sie in die Luft bringen sollte. Dessen Pilot Vladislav Prokurins war extra von der "Airbus Motorflug Gruppe" aus Fuhlsbüttel herübergekommen und gab einige Erläuterungen. Die Maschine, eine Cessna 172 Skyhawk, hat als Besonderheit einen in der Luftfahrt sehr seltenen Vierzylinder-Dieselmotor. Gebaut von Daimler-Benz besitzt er einen Turbolader und gibt seine 135 PS an eine Dreiblatt-Luftschraube ab.

Gegen 13 Uhr startete der Pilot mit seinen beiden Passagieren in den blauen Himmel. Das Ziel war Bergen, wo die Bukowskis wohnen. Nach gut 20 Minuten landeten sie wohlbehalten wieder in Faßberg. "Das hat Spaß gemacht", sagte Lasse. Er habe sogar sein Haus von oben erkennen können, was nicht ganz einfach zu finden war, wie er einräumte. Der Pilot war ebenso zufrieden. "Es war ein schöner Flug", lautete sein Urteil.

Von Udo Genth