Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Faßberg Katze in Müden mit Luftgewehr beschossen
Celler Land Faßberg Katze in Müden mit Luftgewehr beschossen
18:00 01.05.2015
Wer macht nur so etwas? David van Randeraads Kater Lumpi musste operiert werden. Das linke Auge war nicht mehr zu retten. Quelle: Benjamin Westhoff
Müden (Örtze)

MÜDEN. Es war ein ganz normaler Streifzug, den Kater Lumpi am vergangenen Montag im Berliner Weg in Müden unternehmen wollte. Gegen 16.30 Uhr verließ das zehn Monate alte Tier die Wohnung seiner Besitzer. „Da war noch alles in Ordnung“, erzählt Besitzer David van Randeraad.

Doch als der Kater nach rund einer Stunde zurückkehrt, ist nichts mehr in Ordnung. „Er rannte nach oben in den zweiten Stock und fing an zu jaulen“. Als die Freundin von van Randeraad nachschaut, was los ist, entdeckt sie eine starke Verletzung am Auge.

„Sie kam mir mit dem Tier auf dem Arm entgegen. Ich dachte erst, da ist vielleicht nur etwas hängen geblieben und wollte mit einem Tuch tupfen“, erzählt van Randeraad, doch dann sieht er schon, dass Gewebe aus der Augenpartie hängt.

Die Besitzer fahren mit dem Tier zu einem nahegelegenen Arzt. Der versetzt Lumpi zunächst in den Tiefschlaf und schickt die Besitzer nach einer Untersuchung umgehend weiter in eine Tierklinik in Lüneburg.

Dort muss Lumpi operiert werden. Die Ärzte entfernen aus dem Auge ein Geschoss, das entweder mit einem Luftgewehr oder einer Luftpistole abgefeuert worden ist. Das Auge ist nicht mehr zu retten und Lumpi hat dabei noch riesiges Glück. Die Kugel bleibt kurz vor dem Gehirn stecken. Nur ein wenig weiter und das Tier wäre tot gewesen.

Laut van Randeraad ist das nicht der erste Vorfall in Müden. Schon einmal hatte ein Unbekannter in der Nachbarschaft auf eine Katze geschossen und diese schwer verletzt. Der Katzenbesitzer hat das Geschoss inzwischen zu Hause liegen und will jetzt Anzeige erstatten.

Lumpi geht es den Umständen entsprechend gut. In den nächsten Wochen muss er sich zunächst an ein Leben mit nur noch einem Auge gewöhnen. „Das macht das Einschätzen von Abständen schwieriger. Außerdem macht er wenig Anstalten rauszugehen. Der Schock ist immer noch sehr groß“, sagt van Randeraad. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis der Kater wieder komplett bei Kräften ist – aber ganz der Alte wird er durch den Verlust des Auges wohl nie wieder werden.

Von Tore Harmening