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Faßberg Keine Pause für Frank Bröhl
Celler Land Faßberg Keine Pause für Frank Bröhl
18:52 23.09.2013
Neuer Bürgermeister mit wenig Zeit: Frank Bröhl. Quelle: Franks Computer
Faßberg

Frank Bröhl hatte bereits angekündigt, dass er ein bisschen feiern wollte, und so wurde es spät am Sonntagabend. Doch am Montag hatte der neue Bürgermeister von Faßberg nur sehr wenig Zeit, sich von der Party und den Strapazen des Wahlkampfes in den vergangenen Wochen zu erholen.

Während bei ihm zu Hause noch die letzten Spuren der Feier beseitigt wurden, war Bröhl, der seine Amtsgeschäfte am 1. Oktober übernehmen soll, bereits wieder unterwegs. „Ich habe gleich das erste Gespräch im Rathaus, um einen Fahrplan aufzustellen”, berichtete er. Neben dem Fahrplan für das neue Amt, braucht er auch einen zum Ausstieg aus dem alten Job, denn schließlich war der 48-Jährige 28 Jahre bei der Polizei. „Ich werde da wohl die nächsten Tage zweigleisig fahren müssen und es kommt eine Menge Arbeit auf mich zu”, so der neue Bürgermeister. Ob er traurig ist, von der Polizei wegzugehen, weiß er nicht. „Ich glaube, diese Frage kann ich erst in einer Woche beantworten.”

Allerdings ist er sich sicher, dass er ohnehin nicht viel Zeit hat, dem alten Leben nachzuhängen. „Ich werde viel zu tun haben und nur wenig darüber nachdenken können, wie sehr mir das alte Leben fehlt.” Auf jeden Fall freut er sich auf die neue Aufgabe, die ihn ab übernächsten Dienstag erwartet.

Bröhl glaubt auch, dass er im Alltag schnell einen Draht zu den anderen Ratsfraktionen, maßgeblich zur SPD-WGF-Gruppe bekommt. „Das ist eine kleine Gemeinde. Man kennt sich. Da gibt es wenig Probleme”, sagt er.

Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Frank Bielfeldt hatte gegenüber der CZ am Wahlabend schon einmal klar die Forderung formuliert, dass „Herr Bröhl die Verwaltung wieder in Schwung bringt. Das hat unter Hans-Werner Schlitte gelitten”. Der neue Bürgermeister reagierte allerdings zurückhaltend auf diese Äußerungen: „Das ist zunächst mal die Meinung von Herrn Bielfeldt. Ich muss mir erst selbst ein Bild machen, um dann zu schauen, ob und wenn ja welche Veränderungen nötig sind”, so Bröhl.

Dass er mit 300 Stimmen Abstand und 53,8 Prozent seinen Herausforderer Kay Peters (SPD) so deutlich distanzieren würde, hätte Bröhl vor der Wahl nicht gedacht. „Ich hatte mit einer Entscheidung um Haaresbreite gerechnet.” Aus seiner Sicht hat die letzte Woche des Wahlkampfes zusammen mit der CZ-Podiumsdiskussion das letzte Quäntchen gebracht, das ihm jetzt zum Sieg verholfen hat. Bröhl ist als Bürgermeister auf acht Jahre gewählt. Die von der neuen Landesregierung angeregte Reform, nachdem Bürgermeister nur noch für fünf Jahre gewählt werden, gilt für ihn noch nicht.

Von Tore Harmening