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Faßberg Langeweile bei Michael Trischan? – Fehlanzeige!
Celler Land Faßberg Langeweile bei Michael Trischan? – Fehlanzeige!
16:33 19.11.2018
Schauspieler Michael Trischan begeisterte das Publikum. Quelle: Kirsten Pröve-May
Faßberg

„Herr Dr. Brenner in den OP bitte“ – dieser Ansage musste Schauspieler Michael Trischan am Samstagnachmittag nicht Folge leisten, für ihn hieß es: „Herr Trischan bitte an das Rednerpult.“ Und auch der weiße Arztkittel hing im Schrank und ließ einem schwarzen Anzug den Vortritt. Und dieser schwarze Anzug war dem Anlass auch angemessen, denn schließlich ging es um das Thema „Erwachsenwerden“ mit all seinen komischen Randerscheinungen.

Schreiblernstift statt Großstadtrevier

In Begleitung zweier Musiker (Kevin Pacholczak am E-Piano und Johannes Dau an Klarinette und Saxophon), die Zuhörer hatten es sich unterdessen bei Kaffee und Kuchen gemütlich gemacht, startete das Programm. Schlafmangel war das erste Thema, ein Kernthema bei Eltern eines Babys. Es folgte „Virenbeschuss“ aus dem "Lehrerhasserbuch" von Lotte Kühn. „Erst sind sie unausstehlich, dann sind sie krank.“ Danach ging es schon zum ersten Elternabend, dem gefühlt noch weitere 26 Abende folgen werden und bei dem man als Erwachsener auf einmal wieder zum Schüler mutiert, mit den Streber-Eltern in der ersten Reihe und den Duckmäusern, die man schon zur eigenen Schulzeit hasste. Man bekommt von der Lehrerin zu hören, was ein gesundes Frühstück beinhaltet, wie viele Kanten ein Schreiblernbleistift hat und andere unwichtige Dinge.

Wer ist hier der Herr im Haus?

Das beliebte Thema Haustiere (Lisa Seelig) wurde anhand eines Meerschweinchens beschrieben. Irgendwann klebt es an der Käfigdecke weil entgegen aller Versprechungen das Ställchen nicht saubergemacht, sondern immer nur darüber gestreut wurde. Das Thema „Herr im Haus“ führte den Titel gleich einmal ad absurdum, denn es ging eigentlich um die Frau im Haus im Bezug auf Kindererziehung. Jeder Vater sollte sich schriftlich über die Maßnahmen seiner Frau unterrichten lassen und keine eigenen Entscheidungen treffen. Der Mann hat nichts zu sagen, aber als Druckmittel, da taugt er allemal.

Jan Weilers "Pubertier"

Das Hauptthema dieser unterhaltsamen Episoden führte zu Jan Weiler und „Das Pubertier“. Die Probantin (Schülerin) wird vom Versuchsleiter (Vater) geweckt, beziehungsweise ist es der Versuch, das pubertierende Kind wach zu bekommen. „Sie hat offene Augen und schlechte Laune: Sie ist wach!“ Langeweile? Fehlanzeige! Michael Trischan fasziniert mit seiner Stimme, der Gestik, den wohldosierten Auszügen aus verschiedenen Büchern, liebevoll zusammengestellt von seiner Frau. Und auch das Zusammenspiel mit seinen beiden Musikern ist ein wahres Highlight. So hatte das Publikum viel Spaß als beim Thema „Wasserholen“ (Helmut Schümann, "Der Pubertist"), Musiker und Schauspieler sich einen feinen Dialog zwischen „Paul“ und dem Vater liefern. „Paul hilft, wo er nur kann, saugt, falls er die Steckdose findet“ und so wird auch der Weg zum nahegelegenen Getränkemarkt ein Kraftakt für den Heranwachsenden.

Ein Fernsehstar zum Anfassen

Trischan führt alles an, was man mit den lieben Kleinen durchlebt – begleitetes Autofahren, Zahnspangen, die erste Freundin, die erste Zigarette. „Kinder können ein Segen im Alter sein und sie sorgen dafür, dass man es sehr schnell erreicht“, so sein Fazit. Doch dieser Nachmittag ließ erst einmal die Sorgen vergessen, es waren lediglich ein paar Lachfalten hinzugekommen. Trischan ist ein sehr ausdrucksstarker Charakter, kein bisschen abgehoben. Er nimmt die Zuhörer persönlich in Empfang und verzieht sich auch in der Pause nicht in ein stilles Kämmerchen. Ein Fernsehstar zum Anfassen. Pläne für 2019 gibt es leider noch nicht, wäre schön, wenn eine seiner zahlreichen Lesereisen wieder nach Müden führen würde.

Von Kirsten Pröve-May

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