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Faßberg Mister Müden prämiert: Der schwerste Bock ist der schönste (mit Bildergalerie)
Celler Land Faßberg Mister Müden prämiert: Der schwerste Bock ist der schönste (mit Bildergalerie)
18:19 13.07.2017
Von Christopher Menge
Müden (Örtze)

MÜDEN. "Ein sehr großer Bock, der durch seine Länge besticht", begründete Truckenbrodt die Wahl. "Oft haben solch große Böcke Schwächen im Rücken. Er ist dann nicht gerade, hängt durch – doch hier stimmt die Form der Rückenlinie." Die "Fundamente" – also die Gliedmaßen – seien zudem "ohne Fehler". Seine Keulen und sein breiter Rücken – die wertvollsten Schlachtstücke – sprachen außerdem für den Bock, der mit 92 Kilogramm auch das meiste Gewicht auf die Waage brachte. Die Körkommission hatte am Morgen die Noten 7 (Wolle), 8 (Bemuskelung) und 8 (Erscheinung) auf der Skala von 1 bis 9 für den Bock vergeben.

Zunächst stand er noch auf Position drei in seiner Altersklasse, doch dann forderten die Preisrichter Andreas Truckenbrodt aus Meißendorf und Mathias Brockob aus Hannover seinen Besitzer Detlef Fischer auf, den Jungbock vom Heidschnuckenhof Jeversen ganz nach vorne zu stellen. Die Nummer 22 wurde zum 1a-Bock in der Klasse II prämiert, kurze Zeit später stand fest: Der Bock, der am 4. März 2016 geboren wurde, ist Mister Müden 2017. Er setzte sich gegen die anderen beiden 1a-Böcke vom Hof Oehlerking in Bad Fallingbostel und vom Hof Kuhlmann in Niederohe durch.

37 Heidschnucken waren angetreten, um am Donnerstag bei der 68. Heidschnuckenbockschau "Mister Müden" zu werden. Nur ein Tier wurde bei der Körung am Morgen nicht in Klasse I eingestuft. "Ein hervorragender Jahrgang", sagte der Vorsitzende des Verbandes Lüneburger Heidschnuckenzüchter, Carl-Wilhelm Kuhlmann. So wurden die besten 36 Jährlingsböcke – jeweils 12 nach Alter sortiert – den Zuschauern und den Preisrichtern auf dem Parkplatz des Gasthauses "Zum Heidesee" in Müden vorgeführt. Mit Ausnahme eines Tieres, das kräftig bockte, ließen die Grau Gehörnten Heidschnucken die Prozedur geduldig über sich ergehen.

Dass sein Bock so gar keine Lust hatte, die Bewertung über sich ergehen zu lassen, nahm sein Züchter Gerhard Oehlers aus Lauenbrück mit Humor. "Ich will jetzt auch anfangen, kleinere Böcke zu züchten", sagte er lachend, während er seine ganze Kraft aufbringen musste, um den Bock an seinen Hörnern festzuhalten. Andere Schäfer unterstützten ihn dabei.

Vor den Augen von Almut Kottwitz, niedersächsiche Staatssekretärin für Umwelt, Energie und Klimaschutz, versuchte Auktionär Dieter Brockhoff anschließend, die Heidschnucken möglichst teuer zu verkaufen. Mister Müden wechselte für 1000 Euro seinen Besitzer, Kuhlmanns Bock brachte 950 Euro ein und der Reserve-Bock 800 Euro.

"Da habe ich eineinhalb Jahre drauf hingearbeitet. Die Auszeichnung ist mit großer Freude verbunden", sagte Sieger-Schäfer Fischer. "Wir haben zwei bis drei Böcke, die herausstechen. Mister Müden ist wirklich ein souveräner Bock." 2013 war Mister Müden das letzte Mal vom Heidschnuckenhof Jeversen gekommen.