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Faßberg Mordprozess gegen Ex-Faßberger: Mangel an Beweisen?
Celler Land Faßberg Mordprozess gegen Ex-Faßberger: Mangel an Beweisen?
16:05 13.12.2011
Faßberg

Über viele Wochen hinweg sind Verhandlungstermine angesetzt, die Große Strafkammer des Landgerichts stellt sich auf einen Indizienprozess ein. Denn auch wenn zahlreiche Portugiesen die drei am Strand beobachtet haben – einen abschließenden Beweis gibt es bislang nicht. D. selbst schweigt zu den Vorwürfen.

"Ob ein Geständnis erfolgt, zeigt sich immer erst in der Hauptverhandlung", teilte Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch mit, "aus diesem Grund kann man auch zur voraussichtlichen Verfahrensdauer keinerlei Angaben machen."

Am 10. Juli vergangenen Jahres soll D. seine frühere Freundin Georgina Z. und die gemeinsame Tochter Alexandra, erst 21 Monate alt, ermordet haben. Als Z. schwanger geworden war, hatte D. die Beziehung beendet und danach keinen Unterhalt für Alexandra bezahlt. Die Mutter hatte den Unterhalt einklagen wollen.

Die Staatsanwaltschaft München I unterstellt D., die beiden deshalb aus Habgier getötet zu haben – ein Mordmotiv. Außerdem habe D. seine Opfer unter dem Vorwand nach Portugal gelockt, die Beziehung wieder aufleben lassen zu wollen. Stattdessen habe er Z. ertränkt – eine heimtückische Tat. Die Todesursache der Tochter wurde nie festgestellt. Schon einer der Aspekte Heimtücke und Habgier hätte gereicht, D. wegen Mordes anzuklagen. Den Tatnachweis werden die Ermittlungsbehörden jedoch noch zu erbringen haben.

D., heute 44 Jahre alt, wuchs in Faßberg auf, lebte zuletzt in München. Mit Z. führte er bis zu der Trennung ein Doppelleben in Stuttgart. Befindet ihn das Schwurgericht am Münchner Landgericht für schuldig, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

Von Isabell Prophet