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Faßberg Müden pflegt Tradition des Pfingstbaumpflanzens
Celler Land Faßberg Müden pflegt Tradition des Pfingstbaumpflanzens
18:10 06.06.2017
Müden (Örtze)

MÜDEN. „Einen Pfingstbaum erkennt man daran, dass er keine Wurzeln hat“, scherzte Hoffmann, als pünktlich zum Sechs-Uhr-Läuten der Müdener St.-Laurentius-Kirche die vom Hof Hornbostel gespendete Birke in der Dorfmitte aufgerichtet wurde. Diese musste natürlich standesgemäß „angegossen“ werden – es warteten frische Maibowle und Wildschweinbraten aus heimischen Wäldern auf die zahlreichen Besucher.

Der Brauch des Pfingstbaumpflanzens hat heidnische Wurzeln: Bereits die Germanen sollen im Frühjahr Birkenstämme vor die Haustür gestellt haben, um so böse Geister zu vertreiben. Später diente der Pfingstbaum dann zum Anbahnen von Ehen unter den noch unverheirateten Bewohnern eines Dorfes – am Pfingstwochenende wanderten junge Männer dabei von Haus zu Haus und platzierten eine junge Birke vor den Türen von Familien mit ledigen Töchtern.

„Das machen wir hier in Müden immer noch so“, erzählt Ferdinand Eggers mit einem Augenzwinkern. „Wir von der Dorfjugend haben uns heute Morgen auf dem Haußelberg getroffen, die Birken gefällt und dann allen ledigen Frauen zwischen 16 und 30 vor die Haustür gestellt.“ „Nur zum Spaß und für die gute Sache“, fügt Maximilian Cichon eilig hinzu.

Von Christina Matthies