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Faßberg Standort Trauen bekommt schnelleres Internet
Celler Land Faßberg Standort Trauen bekommt schnelleres Internet
18:25 29.01.2014
Der Versuchstand in Trauen ist fertiggestellt. In Zukunft könnten hier auch größere Triebwerke getestet werden. Quelle: Tore Harmening
Trauen

„Das ist wichtig, um weitere mögliche Interessenten für das Areal anzulocken”, sagt Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl. Er hat nach eigenen Worten inzwischen für die schnellere Datenverbindung Gespräche mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums, des DLR und Airbus Defence, bisher bekannt unter dem Namen Astrium, geführt.

Im Ergebnis soll eine neue Leitung verlegt werden. Es geht dem Vernehmen nach um eine Summe um die 160.000 Euro. Wer die Investitionskosten genau übernimmt und wie hoch die Ausgaben dafür tatsächlich sind, ist noch nicht abschließend geklärt.

Der Teststand des DLR ist inzwischen auch wieder voll in Betrieb. Die 3,30 Meter breite Betonröhre auf dem Gelände im Norden des Celler Landkreises wird bei dem Test für etwa zehn Sekunden zum Weltraum. Die Ingenieure des Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik testen dort ihr neu entwickeltes Hybridraketentriebwerk. Ognjan Božić und sein Team sitzen dabei hinter den 20 Zentimeter dicken Stahlbetonwänden ihres Kontrollraums, während im Teststand flüssiges Wasserstoffperoxid in einer Brennkammer mit einem festen Brennstoff reagiert und das Raketentriebwerk einen Schub von 240 Kilogramm erzeugt. Die ersten Auswertungen des Projekts AHRES (Advanced Hybrid Rocket Engine Simulation) zeigen laut dem DLR, dass bereits in den kommenden fünf bis zehn Jahren ein flugfähiges Hybridtriebwerk für eine Rakete gebaut werden und ins All starten kann.

Gemeinsam hat das Team aus DLR-Mitarbeitern und Studenten den seit 30 Jahren ungenutzten Teststand in Trauen dafür mit modernster Messtechnik auf den neuesten Stand gebracht, um zu beweisen, dass ihr entworfenes Hybridraketentriebwerk ebenso effizient arbeitet wie herkömmliche Feststofftriebwerke. "Eine einmalige Anlage in Europa", betont Božić. Das Gelände in Trauen erfülle alle Sicherheitsstandards, um in Zukunft auch größere Triebwerke mit einer Schubkraft von bis zu 15 Tonnen untersuchen zu können. (th)

Von Tore Harmening