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Faßberg Streit um Faßberger Nazi-Glocke geht weiter: Kirche kritisiert "schrille Töne"
Celler Land Faßberg Streit um Faßberger Nazi-Glocke geht weiter: Kirche kritisiert "schrille Töne"
19:21 05.06.2018
Von Christian Link
Quelle: Archiv
Faßberg

Die St.-Laurentius-Gemeinde Faßberg-Müden hatte im Februar das Aus für die Hakenkreuz-Glocke beschlossen: Sie soll abgehängt und durch eine andere Glocke ersetzt werden. „Die schrillen Töne einiger Leute aus unserem Ort haben nicht zu diesem Beschluss geführt, sie haben eher gestört, bei der nüchternen Abwägung und der vernünftigen Entscheidung“, schreibt der Kirchenvorstand im Gemeindebrief und beteuert: „Die Landeskirche hat keinen Druck auf den Kirchenvorstand ausgeübt.“

Die Kirchenleute ärgern sich offenbar über die sogenannte Zehner-Gruppe rund um Hans-Dietrich Springhorn, die seit November 2017 für ein Abhängen der Glocke kämpft. Springhorn stänkerte gestern in einer Pressemitteilung zurück. Die Entscheidung der St.-Laurentius-Gemeinde sei zwar gut und richtig gewesen: „Wirklich verstanden haben aber Kirchenvorstand und Pastor Rudi Blümcke bis heute ihren eigenen Beschluss nicht!“

Laut Kirchenvorstand sei die Hakenkreuz-Glocke in Faßberg nicht mit den Glocken in Herxheim und Schweringen zu vergleichen, „die während der Nazi-Herrschaft speziell zur Verherrlichung des Führers gegossen wurden“. Springhorn sieht das anders. „Hakenkreuz bleibt Hakenkreuz!“, sagt er und fordert: Die kirchliche und politische Führung der Gemeinde müssen ihr Verhältnis zum Hakenkreuz und damit zur Faßberger Geschichte eindeutig und öffentlich klären. Springhorn: „Und erst dann gibt es Ruhe im Dorf und in den Medien.“

„Nie zuvor ist in dieser Art bundes-, ja europaweit über unsere Gemeinde berichtet worden“, meint auch der Kirchenvorstand. „Das hat bei vielen Faßbergern zu Unmut geführt, zumal der Eindruck entstanden ist, da urteilen Menschen von außen über unsere Gemeinde, die sie nur oberflächlich oder gar nicht kennen.“ Bei einer Bürgerversammlung am Freitag sollen die Faßberger nun die Gelegenheit bekommen, um über den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu reden. „Uns ist sehr daran gelegen, zu vermeiden, dass Faßberg den Ruf als Nazi-Ort bekommt“, so der Kirchenvorstand.

Zusammen mit Bürgermeister Franz Bröhl hat die Kirchengemeinde mehrere Fachleute eingeladen. Beginn ist um 18 Uhr in der Faßberger „Oase“. Nach zwei Kurzvorträgen steht zunächst eine Podiumsdiskussion auf dem Programm, anschließend wird das Plenum für die Bürger geöffnet. Durch den Abend führen Pastor Rudolf Blümcke und Matthias Kannengießer, der Präsident der evangelisch-lutherischen Landessynode in Hannover. Als Experten sind eingeladen: Kirchenhistorikerin Mareike Rake, Militärhistoriker Frank Hagemann, CZ-Redakteur Andreas Babel, Glocken-Befürworter Hans Stenmanns und Glocken-Gegner Rudolf Hensch. Die Veranstalter sind auf einen großen Publikumsandrang vorbereitet. Sie erwarten bis zu 500 Personen.

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