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Faßberg Tag der Bundeswehr: Faßberg erlebt Höhenflug
Celler Land Faßberg Tag der Bundeswehr: Faßberg erlebt Höhenflug
21:16 11.06.2017
Von Christian Link
Höhepunkt im Showprogramm: Das Kommando Spezialkräfte (KSK) zeigte auf dem Fliegerhorst, wie eine Geiselbefreiung mit Luftrettung ablaufen kann. Quelle: Oliver Knoblich
Faßberg

„Es war eine richtig tolle Veranstaltung, die Jung und Alt gleichermaßen angesprochen hat“, lautete schließlich auch das Fazit von Bundeswehr-Sprecher Paul Hicks.

Das angekündigte Flugprogramm der Extraklasse hielt, was es versprach: Tollkühne Fallschirmspringer, spektakuläre Flugmanöver von Kampfhubschraubern und Jets oder Airbus-Überflüge in nur wenigen hundert Metern Höhe versetzten die am Boden Stehenden ins Staunen. Zudem gab es auf dem riesigen Gelände fast schon mehr Stände und Aktionen, als ein Besucher innerhalb der achtstündigen Veranstaltungsdauer überhaupt hätte wahrnehmen können. Freier Eintritt, kostenloses Parken, relativ kurze Wartezeiten und angemessene Preise für Speisen und Getränke sorgten ebenfalls für zufriedene Gäste.

Für die zuletzt ins öffentliche Zwielicht geratene Bundeswehr war der Tag nicht nur in Faßberg beste Werbung in eigener Sache. An 16 Standorten von Plön (Schleswig-Holstein) bis Füssen an der österreichischen Grenze hatte sich die Truppe als Bürgerarmee und attraktiver Arbeitgeber präsentiert. Insgesamt mehr als 270.000 Besucher strömten zum Bundeswehr-Tag, der vor allem in Süddeutschland auf großes Interesse stieß. Im bundesweiten Vergleich schnitt Faßberg dennoch gut ab: Nur im oberbayrischen Penzig (51.000 Besucher) und im südhessischen Rüsselsheim (45.000) interessierten sich mehr Menschen für die Bundeswehr. Selbst die Rommel-Kaserne in Augustdorf (Nordrhein-Westfalen), wo Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zu Gast war, zählte „nur“ 26.400 Besucher.

Per Videoschaltung war das Grußwort der Ministerin auch in Faßberg live zu hören. Das Interesse fiel jedoch verhalten aus. Nur wenige Soldaten und Zivilisten unterbrachen ihre Aktivitäten, um von der Leyens Forderung nach einer besseren Ausstattung für die Truppe zu hören. „Wir müssen die Bundeswehr richtig ausrüsten und finanzieren, damit sie ihre Aufgaben ausführen kann“, sagte die CDU-Politikerin. Für Auslandseinsätze etwa im Kampf gegen den Terrorismus werde dringend mehr und modernes Material gebraucht. Zudem gebe es eine Trendwende bei der Truppenstärke: „Die Bundeswehr wächst wieder“, sagte von der Leyen.

Politische Fragen und die Skandale der vergangenen Wochen gerieten zumindest in Faßberg in den Hintergrund. Die Besucher zeigten ein großes Interesse an der Technik und an den Abläufen in der Bundeswehr. Rechtsextremismus oder Wehrmachtsbezüge in der Truppe wurden dagegen so gut wie gar nicht thematisiert. „Das Bild der Bundeswehr in der Öffentlichkeit ist nicht so schlecht, wie es manchmal dargestellt wird. Man sieht ja, wie viele Leute ihren Samstag hier verbringen wollen“, freute sich der Oberstabsgefreite Simon Könecke. Der Soldat aus Bergen war zwar nur als Besucher mit Freundin und Familie vor Ort, kam aber trotzdem in Uniform. Könecke: „Das ist ein großes Beriebsfest und da kann man auch sagen: Ich gehöre dazu.“

In zwei Jahren können die Soldaten in Faßberg erneut Flagge zeigen. Beim fünften Tag der Bundeswehr wird der Fliegerhorst wieder zum Veranstaltungsgelände – auch wegen der Feierlichkeiten zum 70-jährigen Ende der Luftbrücke nach Berlin. „Wir freuen uns schon auf 2019“, sagte Presseoffizier Hicks. Im nächsten Jahr ist der Fliegerhorst Wunstorf an der Reihe.