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Faßberg Tante-Hanna-Laden in Müden fehlen noch 125.000 Euro
Celler Land Faßberg Tante-Hanna-Laden in Müden fehlen noch 125.000 Euro
18:32 07.06.2017
Etwa 150 Müdener sind gekommen, um sich über den Stand der Dinge beim Tante-Hanna-Dorfladen zu informieren. Quelle: Michael Ottinger
Müden (Örtze)

MÜDEN. Tante Hanna kommt – da sind sich Michael Gebers und Hansjörg Oevermann einig. Nur wann genau der geplante Dorfladen in Müden eröffnet, lässt sich noch nicht sagen. "Irgendwann im ersten Halbjahr 2018", sagt Gebers. Doch das hänge auch von den Müdenern ab.

Deshalb haben die beiden Gesellschafter der Tante Hanna GmbH zusammen mit anderen Verantwortlichen des Dorfladenprojektes am Dienstag den aktuellen Stand der Planung präsentiert. Und das Vorhaben stößt auf großen Anklang: Etwa 150 Interessierte sind zu der Präsentation in die Räumlichkeiten des ehemaligen Edeka-Marktes in Müden gekommen, um sich zu informieren. "Mit 40 Leuten wären wir schon zufrieden gewesen, aber das sind ja deutlich mehr", freut sich Oevermann. Denn die Gesellschafter sind auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen, um den geplanten Dorfladen Wirklichkeit werden zu lassen. Das betonen sie auch immer wieder während des Vortrags.

Dabei geht es ihnen nicht nur um die potenzielle Kaufkraft der Müdener. "Es geht darum, dass die Leute einbezogen werden", sagt Oevermann. Und dazu haben sie Gelegenheit erhalten: Noch am Vortragsabend konnten sich die Versammelten einen Vertrag mitnehmen, um als stille Gesellschafter an dem Dorfladenprojekt teilzunehmen. Mit einer Mindestbeteiligung von 50 Euro kann jeder in das Projekt mit einsteigen. Info-Material und Prospekte sollen bis Ende des Monats in jedem Briefkasten in der Gemeinde Faßberg liegen. Auf diesem Weg wollen die Verantwortlichen bis zum 31. Oktober dieses Jahres Geld sammeln. Sie hoffen auf eine Summe von 125.000 Euro, die noch benötigt wird, um den Dorfladen eröffnen zu können.

Mit dem Geld planen die Gesellschafter einen kleinen, aber modernen Lebensmittelladen, der auch über einen Onlineshop und einen Lieferservice verfügen soll. Durch regionale Produkte wie zum Beispiel "Tante Hannas Lieblingshonig" hoffen die Gesellschafter eine Marke zu schaffen, die durch Touristen überregional bekannt wird.

Doch um das ambitionierte Projekt zu realisieren, muss zunächst einmal das benötigte Startkapital gesammelt werden. Das Interesse und auch die bisherigen Zusagen stimmen die Gesellschafter optimistisch. Und auch die Bürger scheinen sich für das Projekt begeistern zu können. "Das Gesagte hat sich für mich sehr gut angehört", sagt Karsten Eggers. Der 49-jährige Müdener kann sich vorstellen, als stiller Gesellschafter bei dem Vorhaben mitzumachen. Bereits einen Schritt weiter ist Frank Dening. Der Müdener nimmt von der Präsentation nicht nur Informationen, sondern auch gleich mehrere Gesellschafterverträge mit. "Die sind für meine Familie. Denn ich möchte, dass sich meine beiden Töchter mit dem Ort identifizieren und ein Teil der Gemeinschaft werden."

Für Dening und viele andere Ortsansässige ist der Dorfladen ein Leuchtturmprojekt. "Hiermit können wir zeigen, was eine Gemeinschaft alles schaffen kann, wenn sie zusammenhält." Auch die ehemalige Edeka-Betreiberin Regina Braun setzt wie viele der Zuhörer ihre Hoffnungen in das Projekt. Und so gab es am Ende der Präsentation auch stehenden Applaus, als sie alle Anwesenden darum bat: "Geben Sie Tante Hanna eine Chance."