Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Faßberg Umleitung um Müden gesucht
Celler Land Faßberg Umleitung um Müden gesucht
19:00 27.06.2016
Müden (Örtze)

MÜDEN. Das Gutachten wird laut dem Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters, Winfried Hoff, rund 11.000 Euro kosten. Darin enthalten sind die Expertise und zehn Kernbohrungen an Straßen, um zu sehen, was nötig wäre, um andere Straßen zu entlasten.

Derzeit liegen fünf Varianten auf dem Tisch. Die erste wäre ein Ausbau der Hauptstraße in Müden. Ein Plan, den im Prinzip alle begrüßen würden, nur über die Ausbauweise ist man sich mit den für den Bau Zuständigen nicht einig. Die Landesstraßenbaubehörde würde nur mit einer Asphaltfahrbahn ausbauen, die Müdener wollen aber den Charakter des historischen Kerns ihres Ortes beibehalten. Ein Kompromiss wäre statt des jetzigen Natursteins ein Betonsteinpflaster. Das aber kostet alles zusätzliches Geld. Wie Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl sagte, gibt es die Überlegung, Geld über den Denkmalschutz im Zuge der Sanierung der alten Dorfstraße und über das Thema Lärmschutz einzuwerben. Die Gemeinde hat gerade ihre Prioritätenliste geändert und die Dorfstraße nach oben geschoben, weil es da Fördermittel gibt.

Die zweite mögliche Variante der Umleitung führt von Hermannsburg über Poitzen, vorbei am Aldi in Faßberg und dann über die Hankenbosteler Straße weiter Richtung Unterlüß. Ebenso angedacht ist der Ausbau eines Wirtschaftsweges, der von Poitzen in Richtung Herrenbrücke führt.

Bei der SPD war man skeptisch. „Wir haben keine guten Erfahrungen mit Machbarkeitsstudien gemacht“, sagte Carl-Wilhelm Kuhlmann, und sein Parteikollege Michael Bogmaier ergänzte, dass die Experten „uns meistens erzählen, was wir schon wissen". Carsten Dickow (FDP) meinte, dass eine solche Studie nur sinnvoll sein würde, wenn „wir von den Verkehrsbehörden beim Land und Kreis ein ‚Go‘ bekommen. Sonst brauchen wir uns mit dem Thema nicht weiter beschäftigen."

Wie Hoff sagte, habe man von dort das Signal bekommen, dass man sich ernsthaft mit der Materie befassen würde. Es seien dann aber auf jeden Fall Umwidmungen nötig.

Bei den zahlreichen Besuchern der Bauausschusssitzung herrschte eher Skepsis. „Es ist vielleicht sinnvoller, ein Gesamtkonzept für die Verkehrsführungen in der ganzen Gemeinde zu machen, bevor man in Müden weitermacht“, sagte ein Zuhörer. Er schlug auch vor, die Bürger zu befragen.

Von Tore Harmening