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Faßberg Verschollenes Bild in Müden aufgetaucht?
Celler Land Faßberg Verschollenes Bild in Müden aufgetaucht?
17:17 01.06.2012
Von Christoph Zimmer
Wolfgang Rathmann pr‰sentiert sein Bild Quelle: Udo Genth
Müden (Örtze)

MÜDEN. „Eigentlich bin ich immer stehen geblieben und habe es mir angeschaut“, erinnert sich Wolfgang Ruhmann aus Müden. Die schöne unbekannte Frau, „irgendwie hat sie schon immer eine ganz besondere Anziehungskraft auf mich gehabt“. Dann ist er irgendwann aus dem Elternhaus ausgezogen, das Bild sah er lange Zeit nicht mehr. Bis er den Haushalt seines Vaters vor einer Woche aufgelöst hat und das Gemälde, das die Heilige Fabiola zeigt, wiederfand. Jetzt glaubt der 65 Jahre alte Rentner, dass er zwischen altem Geschirr, verblassten Möbeln und rostigem Werkzeug ein lange verschollenes Kunstwerk entdeckt hat.

Das Bild ist auf einer Ölleinwand gemalt, circa dreißig mal vierzig Zentimeter groß und in einen schwarzen Holzrahmen eingefasst. Links unten kann man die Signatur lesen, in hellen Großbuchstaben steht dort Henner, der Nachname des elsässischen Künstlers und Salonmalers Jean-Jacques Henner, der das Original 1885 gemalt hat - und das seit 1889 als verschollen gilt. „Das könnte passen“, sagt Ruhmann. Als er im Internet recherchiert hat, dass das Original verschwunden ist, habe ihn das „schon stutzig gemacht“. Er glaubt, in dem Haushalt seines 93 Jahre alten Vaters einen großen Schatz gefunden zu haben. Sicher ist er sich aber nicht. „Vielleicht ist es richtig wertvoll, vielleicht aber auch nur eine signierte Replik.“

Original oder doch nur eine signierte Replik? Das will Ruhmann herausfinden. Er hat schon Kontakt zu einem Museum aufgenommen, das ihn an einen Kunstgutachter verwiesen hat. Außerdem hat er seinen Stammbaum erforscht. „Da habe ich herausgefunden, dass die Familie meiner Großmutter aus Frankreich kommt“, sagt Ruhmann.

Fabiola hat im Rom der Spätantike gelebt, sie war reich und hatte ein ausgeprägtes Helfersyndrom, ihr Vermögen soll sie den Armen gegeben und als Krankenschwester im von ihr gestifteten Spital gearbeitet haben. Im 19. Jahrhundert war ein regelrechter Fabiolakult erstanden, alle signierten Repliken beziehen sich auf das verschollene Original von Henner. Von dem Ruhmann glaubt, dass er es auf dem Dachboden seines Vaters gefunden hat.