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Faßberg Verstoßene Lämmchen bekommen die Flasche
Celler Land Faßberg Verstoßene Lämmchen bekommen die Flasche
19:00 02.02.2018
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: David Borghoff
Niederohe

Jedes Jahr bekommt Kuhlmanns 500-köpfige Heidschnuckenherde ab dem 1. Januar täglich Nachwuchs. „Das folgt nach einem ganz festen Schema. Heidschnucken tragen etwa fünf Monate“, sagt Kuhlmann. Die acht Zuchtböcke werden extra am 1. August zu den Muttertieren gelassen, sodass Anfang Januar die ersten Lämmer zur Welt kommen. Spätestens Anfang April, Mai sollen die Tiere dann das erste Mal nach draußen. „Das erste Grüne ist nämlich das beste Futter und ist besonders Eiweiß- und Vitaminreich“, weiß Kuhlmann.

Da die Herde ganzjährig draußen ist, werden die meisten Lämmer auch draußen geboren. „Sobald das Lamm auf die Welt gekommen ist, schleckt die Mutter das Kleine trocken und bietet Schutz und Nahrung“, so Kuhlmann. Während die beiden genau an der Stelle stehen bleiben, wo die Geburt stattgefunden hat, ziehen die restlichen Schafe auf der Suche nach Fressen weiter. „Denn die Herde ist wichtiger als jedes Einzeltier“, erklärt der Schäfer den Gedankenprozess der Heidschnucken. Oft bekäme er daher Anrufe besorgter Wanderer, die fragen, ob er ein Schaf auf der Weide vergessen habe.

Spätestens am Abend sammelt der 54-Jährige dann Schaf und Neugeborenes ein und bringt sie in einen extra Stall. Dort verbringen sie eineinhalb Tage, es wird geguckt, ob die Mutter frisst und das Lamm trinkt. „Wichtig ist, dass das Lamm einmal Biestmilch trinkt. Da sind besondere Antikörper drin“, so Kuhlmann. Anschließend kommen sie zu den anderen Schafen, die bereits gelammt haben. In der Gruppe von etwa 50 bis 60 Muttertieren bleiben die Tiere zwischen sechs und acht Wochen, ehe sie wieder mit nach Draußen dürfen.

Etwa 15 bis 18 Prozent der geborenen Lämmchen sind Zwillinge. Sie kommen mit ihrer Mutter in einen extra Stall. Außerdem hat Kuhlmann momentan drei Lämmer, die von ihrer Mutter verstoßen wurden – darunter Lotta und Lisa. Damit die Tiere dennoch überleben, werden sie mit der Flasche groß gezogen. „Die Lämmer haben auch später eine ganz besondere Bindung zum Menschen“, sagt der Niederoher. Unter den etwa 450 Lämmchen, die jedes Jahr geboren werden, bekommen pro Saison zwischen 15 und 18 Tiere die Flasche.

Obwohl Kuhlmann schon seit 25 Jahren den Heidschnuckenhof führt, freut er sich jedes Jahr aufs Neue auf die Lämmer. „Es ist toll zu sehen, wie sie größer werden. Außerdem arbeite ich ja das ganze Jahr daraufhin, dass die Lämmer kommen.“ (als)

An „eine humanitäre, logistische und fliegerische Meisterleistung in einer Zeit der Extreme und Superlativen“ hat Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank anlässlich der Eröffnung der Faßberger Ausstellung des Fördervereins für die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin im Rathaus Spandau am Mittwoch erinnert. Während der Berlin-Blockade stellte Faßberg mit 539.112 Tonnen Berlins Kohleversorgung sicher.

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Für zynisch hält der Faßberger Rudolf Hensch den Lösungsvorschlag des Kirchenvorstandes der St.-Laurentius-Gemeinde Faßberg/Müden, neben der Hakenkreuz-Glocke eine zweite, kleinere Glocke in den Dachreiter der Michaelkirche zu hängen. Sie soll – so die Idee des Kirchenvorstandes –, verziert mit einem Zitat des von den Nazis ermordeten Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, der alten Glocke akustisch etwas entgegensetzen. "Der Kirchenvorstand schlägt jetzt vor, ausgerechnet eine NS-Glocke mit dem symbolischen Wert einer verwerflichen Ideologie, mit einer kleinen Glocke eines standhaften christlichen Theologen in Einklang zu bringen", sagt Hensch. "Hier ist nicht genügend nachgedacht und kritisch nachgefragt worden."

Christopher Menge 24.01.2018

Aus Feinden wurden Freunde – dank einer herausragenden logistischen Leistung und großen Hilfsbereitschaft gelang es in den Jahren 1948/49 das eingeschlossene West-Berlin über eine Luftbrücke zu versorgen. Der Fliegerhorst Faßberg war dabei einer der wichtigsten Pfeiler der Luftbrücke. "Sie soll im nächsten Jahr für jedermann erlebbar und für jedermann zum Anfassen präsentiert werden", sagte Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl am Montagabend beim gemeinsamen Jahresempfang der Gemeinde und des Standortes Faßberg.

Christopher Menge 24.01.2018