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Faßberg Vorläufige Insolvenz: Edeka in Müden steht vor dem Aus
Celler Land Faßberg Vorläufige Insolvenz: Edeka in Müden steht vor dem Aus
16:35 20.05.2014
Regina Braun vor ihrem Geschäft in Müden. Sie will weiter machen. Quelle: Susanne Zaulick
Müden (Örtze)

MÜDEN. Dem Edeka-Markt in Müden droht das Aus. Das Geschäft befindet sich in der vorläufigen Insolvenz. Die Edeka-Gruppe beliefert das Geschäft auch seit dem 9. April nicht mehr mit Lebensmitteln.

Dadurch ist das Angebot im Laden bereits an einigen Stellen ausgedünnt. Unter anderem bei Getränken, Tiefkühlkost, Dosen und Tierfutter machen sich die ausgefallenen Lieferungen bemerkbar. „Die Grundversorgung ist aber weiter gesichert und ich fahre zweimal täglich zum Großhandel, so dass es auch immer frische Waren wie Fleisch gibt”, erklärte die Inhaberin Regina Braun.

Seit 19 Jahren betreibt sie den Laden an der Hauptstraße in Müden, den es insgesamt bereits seit 42 Jahren gibt. „Wir leben neben den Müdenern vor allem vom Tourismus, aber in dem Bereich hat es in den vergangenen Jahren viele Einbußen gegeben”, sagt Braun. Sie erinnert an Paddler, die früher dort schnell noch etwas einkauften, bevor sie von der Mühle aus starteten, an zwei Mutter-Kind-Heime, die inzwischen ihre Türen geschlossen haben.

„Im Winter ist es hart und die Saison kann sehr wechselhaft sein”, sagt Braun. Doch sie will weitermachen. „Alles steht und fällt damit, einen Lieferanten zu bekommen”, sagt die Inhaberin. Edeka hat offenbar kein Interesse mehr. Der Laden ist dem Unternehmen mit 250 Quadratmetern zu klein. „Die sagen, das rentiert sich nicht, aber was rentabel ist, ist auch ein Frage der Definition”, sagt Braun.

Letztlich appelliert sie auch an die Müdener. „Ich will weitermachen, aber ich kann mich abstrampeln wie ich will, wenn die Leute vor Ort das Angebot nicht wahrnehmen”, sagt sie. Sowohl die Gemeinde Faßberg als auch der Verkehrsverein setzen sich für den Erhalt ein. Gestern sollte es ein Gespräch mit verschiedenen Investoren geben, ein anderer Lieferant scheint möglich zu sein. „Wir brauchen den Markt für eine gute Infrastruktur mit Blick auf ältere Menschen, die nicht mehr mit dem Auto fahren können”, sagt Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl. Die Gemeinde wolle mithelfen, nach Lösungen zu suchen. Dabei gehe es zum Beispiel um Fragen wie eine Erweiterung der Verkaufsfläche.

Auch der Verkehrsvereinsvorsitzende Michael Hoffmann hofft, dass der Markt seine Türen nicht schließt. „Der Laden ist wichtig, sowohl für die Touristen als auch den Ort”.

Von Tore Harmening