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Faßberg Was wird aus dem Tannenhof?
Celler Land Faßberg Was wird aus dem Tannenhof?
18:23 15.02.2010
aktuelles Foto vom Tannenhof Quelle: Udo Genth
Faßberg

MÜDEN. Verluste minimieren und rechtzeitig verkaufen. Diese Regel von der Börse hätten die Gläubiger des Kur- und Erholungswerkes Deutsche Bodenbewerber und Siedlerverband Grevenbroich wohl beherzigen sollen. Denn der Tannenhof am Müdener Wildpark, der nach der Pleite des Vereins leer steht, hat in den Augen von Investoren in den vergangenen Jahren offenbar deutlich an Wert verloren.

30000 Euro wollte ein Investor für die Immobilie im dritten Termin des Zwangsversteigerungsverfahrens bieten. Das ist deutlich weniger als zwei Angebote aus den Jahren seit 2003, als das Mutter-Kind-Erholungsheim in dem Gebäude aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde. Ein Investor aus Baden-Württemberg plante 2006 ein Gästehaus, eine weitere Bietergruppe, hatte die Idee, dort ein Seniorenheim aufzubauen. Beide wollten rund 100000 Euro zahlen. Doch der Insolvenzverwalter Michael Bremen lehnte ab und wies gleichzeitig Gerüchte zurück, er würde das Verfahren verschleppen. Zu den aktuellen Entwicklungen wollte er sich gegenüber der CZ trotz mehrfacher Nachfrage aus Zeitgründen nicht äußern.

Die Enttäuschung bei der Faßberger Politik war groß, als Bauamtsleiter Winfried Hoff in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses mitteilte, dass der Zuschlag für den potenziellen Investor durch einen Antrag einer der Hauptgläubiger, der Sparkasse Neuss, durch das Amtsgericht Celle verweigert worden war. Der Bieter, eine Gesellschaft aus Hannover, hatte laut Hoff vor, eine Klinik für Rehabilitation auf dem Gelände zu errichten. Durch die Lage in der Natur wäre das sicher eine gute Lösung gewesen, die auch die Faßberger Politik begrüßt hätte.

Warum die Sparkasse das Gebot abgelehnt hat, wollte sie bis gestern nach einer schriftlichen Anfrage nicht beantworten. Ebenso unklar ist, ob es weitere Gespräche mit Investoren gibt. Das Gebäude, so viel ist sicher, wird durch den Leerstand nicht besser. Schon bei voran gegangenen Gesprächen mit Investoren wurde die Sanierung der Immobilie als der größte Brocken angesehen. Ob sich das nach der lange Zeit des Leerstandes überhaupt noch lohnt, ist eine ungeklärte Frage.

Von Tore Harmening