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Faßberg Wolf macht es Haltern kleiner Schafherden schwer
Celler Land Faßberg Wolf macht es Haltern kleiner Schafherden schwer
13:04 07.11.2018
Niederohe

Kuhlmann weiß, wovon er spricht, er ist Vorsitzender des Verbands Lünebürger Heidschnuckenzüchter und hat selber eine Schnuckenherde mit 900 Tieren. Für die hat er einen wolfsicheren Pferch gebaut, im den die Tiere nachts unterkommen, wenn der Weg bis zum Hof zu weit ist. 1,80 Meter ist der Zaun hoch, 30 Zentimeter ist das Drahtgefecht in den Boden eingelassen, damit der Wolf den Zaun nicht untergraben kann. Rund 9600 Euro hat Kuhlmann für den Zaun ausgegeben, geschützt wird damit ein sieben Hektar großes Areal. Nach seiner Kenntnis sind im Land inzwischen in wolfsichere Pferche 160.000 bis 180.000 Euro investiert worden.

Eine Unterstützung vom Land gebe es nicht für die von ihm betriebene Prävention, sagt Kuhlmann. Der Grund: Die Richtlinie, die eine Förderung vorsieht, ist noch nicht verabschiedet. Das beklagt auch Mathias Brockob, Geschäftsführer des Landesschafzuchtverbandes. Kuhlmann befürchtet, das Land werde später argumentieren, dass diese Hilfen nicht abgerufen würden. Eben weil die Züchter bereits investiert haben, um ihre Tiere zu schützen. Er befürchtet zudem, dass es später gar keine keine Entschädigung geben wird, wenn die Zäune zu niedrig oder gar nicht vorhanden sind.

Bei einer Sitzung des Arbeitskreise Wolf am Dienstag sei auch angesprochen worden, dass die Auszahlung der Entschädigung zu lange dauere. Zurzeit müssten geschädigte Tierhalter durchschnittlich neun Monate auf ihr Geld warten, angestrebt werde eine Zeit von drei Monaten. „Die Entschädigung ist dringend notwendig”, sagte Kuhlmann. Viele Tierhalter würden wegen des langwierigen Verfahrens Risse gar nicht mehr melden.

„Meine Tiere sind gut geschützt”, sagt Kuhlmann. Andere Schafzüchter hätten sich seinen Zaun inzwischen angesehen. Und auch der Wolf hätte sich schon informiert, wie an den Spuren abzulesen sei.

Von Joachim Gries