Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Faßberg Wolf ohne Angst vorm Schäfer
Celler Land Faßberg Wolf ohne Angst vorm Schäfer
17:10 06.11.2018
Von Christopher Menge
Wie können die Heidschnucken in der Heide geschützt werden, wenn der Wolf auf Beute lauert? Darüber haben am Montag der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD, links), Heidschnuckenzüchter Carl-Wilhelm Kuhlmann (Mitte) und der Direktor der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission, Humberto Delgado Rosa, in Niederohe diskutiert. Quelle: Christopher Menge
Niederohe

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) war mit dem Direktor der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission, Humberto Delgado Rosa, und mit Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, in die Heide gekommen, um sich vor Ort zu informieren.

"Bei meiner Herde gab es zwei Vorfälle", berichtete Kuhlmann. Im vergangenen Jahr habe ein Wolf ein Schaf gepackt und dieses erst losgelassen, als Kuhlmann fünf Meter davor stand. "Das Schaf hat verletzt überlebt", sagte der Schäfer. "Im August dieses Jahres ist ein Wolf dann mit einem Lamm im Maul abgehauen." Bei seinem Schmarbecker Züchterkollegen Hinnerk Peter Tewes habe ein Wolf Anfang September außerdem eine Heidschnucke vor den Augen des Schäfers getötet.

Lies sprach von einem Verhalten, das "nicht wolfstypisch" sei. "Die Distanz zum Menschen ist hier nicht mehr gegeben", sagte der Umweltminister. Für ihn ist klar: "Tiere, die vom Schäfer gehütet werden, müssen geschützt sein."

Für Kuhlmann gibt es nur eine Lösung: "Das Rudel muss bejagt werden", sagte er. Anhand von DNA-Proben soll jetzt nachgewiesen werden, um welche Wölfe es sich handelt. Vermutlich stammen sie aus dem Rudel Rheinmetall/Eschede. Martin Holm, Vorsitzender des Verbands der Mutterkuhhalter, stieß ins gleiche Horn. "Zehn Prozent der Population machen Probleme", sagte er. "Der Wolf darf nicht auf ein goldenes Podest gehoben werden, sondern der Bestand muss wie bei jeder Wildtierart reguliert werden."

Jessel betonte dagegen, dass dem Wolf ohne eine effektive Prävention nicht beizukommen sei – "und das sind hohe Elektrozäune", so die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn. Sowohl die anwesenden Schäfer als auch Lies entgegneten aber, dass das in der Lüneburger Heide nicht praktikabel sei. "Sie können doch nicht Meter für Meter mit einem Zaun weiterziehen", sagte Lies.

Kuhlmann betonte, dass er seine Tiere schützen wolle und dafür alles tue. "Aber wir brauchen eine Perspektive", so der Züchter, dessen Herde einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege beiträgt. Ohne Schnucken ist die Heide nicht überlebensfähig. Lies sagte, dass es Lösungen brauche, denn "auf ihre Arbeit wollen wir nicht verzichten." Es gehe um Lösungen, wie ein Nebeneinander von Wolf und Weidetierhaltung funktionieren könne.

Delgado Rosa machte deutlich, dass es von Seiten der EU durchaus Spielraum für die Nationalstaaten gebe. Niedersachsen plant gerade eine Bundesratsinitiative, wie Lies sagte. "Wir müssen den Bund mehr in die Pflicht nehmen", so der Umweltminister.

Darüber hinaus betonte Lies, dass der Wolf nicht das einzige Problem für die Weidetierhalter sei. "Der Wolf hat das Fass zum Überlaufen gebracht, aber wir müssen auch unabhängig davon sehen, wie Schaf- und Ziegenhalter wirtschaftlich noch zurecht kommen können", sagte Lies. "Wir müssen vom Wolf losgelöst für die Weidetierprämie streiten."

Kuhlmann schlug allerdings vor, eine Prämie abhängig von der Wolfsdichte in der Region zu zahlen. "Entschädigungen für Risse und Zuschüsse für Prävention könnten dann wegfallen", sagte der Vorsitzende des Verbandes Lüneburger Heidschnuckenzüchter. Seine Idee stieß bei Lies auf offene Ohren. "Das ist ein interessanter Gedanke", sagte der Minister. "Wenn alle das gleiche bekommen, kann das ja nicht gerecht sein."

Klare, mystisch anmutende Landschaften und kraftvolle Farbigkeit kennzeichnen die Bilder von Mike Braun.

12.09.2018

Ein bisschen Etikettenschwindel muss man dem Mühlenfest Müden schon vorwerfen. Denn die historische Wassermühle an der Örtze hat mit dem Geschehen nicht viel zu tun, das eher einem Weinfest gleicht.

Christian Link 09.09.2018
Faßberg Schulprojekt gestartet - Luftbrücke zum Anfassen

Schüler des Hermannsburger Christian- und des Berliner Hans-Carossa-Gymnasiums drehen eine Dokumentarfilm über die Berliner Luftbrücke.

Christopher Menge 07.09.2018