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Hambühren 1000 Unterschriften für eine IGS
Celler Land Hambühren 1000 Unterschriften für eine IGS
13:54 09.12.2011
Von Simon Ziegler
Hambühren

HAMBÜHREN. In der Diskussion um eine mögliche Integrierte Gesamtschule (IGS) im Kreis Celle werden immer mehr Standorte genannt. Nachdem in der Stadt Celle sogar die Kaserne Hohe Wende und das Allgemeine Krankenhaus (AKH) ins Spiel gebracht wurden, erneuert eine Elterninitiative in Hambühren ihre Forderung, dass eine IGS im sanierten Schulzentrum an der Versonstraße untergebracht wird.

Derzeit ist noch völlig unklar, ob es überhaupt eine Gesamtschule im Kreis Celle geben wird. Der vom Kreistag beauftragte Schulgutachter hatte keine IGS empfohlen, weil er konkurrierende Modelle zur Oberschule ablehnt. Wenn trotzdem eine IGS eingerichtet werden soll, käme aus Gutachtersicht am ehesten die Stadt Celle in Frage - allerdings nicht an der Hohen Wende und auch nicht am AKH, sondern am Schulzentrum Burgstraße oder an der Schulanlage Heese. Mindestens ein Gymnasium in der Stadt Celle stünde außerdem vor dem Aus, wenn eine IGS käme.

Auch eine Gesamtschule in Hambühren gilt nicht als wahrscheinlich, weil ein solches Modell sämtliche Oberschul-Pläne für den Celler Westkreis über den Haufen werfen würde. Ungeachtet dessen setzt sich die Elterninitiative weiter für eine IGS an dem Standort ein, wo gegenwärtig noch Haupt- und Realschule sind. Jens Adebahr teilte mit, dass mehr als 1000 Unterschriften von Eltern, Schülern und Bürgern gesammelt wurden. Die Unterschriften sollen Landrat Klaus Wiswe übergeben werden, um Druck auf die handelnden Personen im Kreistag auszuüben. Außerdem hat die Elterninitiative Briefe an den Landrat, die Kreisschulausschuss-Vorsitzende Annette von Pogrell (SPD) und den Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau geschrieben. Auch der Hambührener Landtags- und Kreistagsabgeordnete Thomas Adasch (CDU) sowie Bürgermeister Thomas Herbst wurden von dem Schreiben in Kenntnis gesetzt.

Für die Initiative ist die abgeschlossene Sanierung eines der Hauptargumente für eine IGS in Hambühren. „Die Schulgebäude wurden für 3,75 Millionen Euro modernisiert. Diese Maßnahmen wurden erst im Sommer 2011 beendet und abgenommen“, sagte Elternvertreter Jens Adebahr. Mit dem Geld wurde nach Auskunft von Kreisschulamtsleiter Reinhard Toboll das Gebäude I saniert, Fachunterrichtsräume im Gebäude II geschaffen, die Heizung erneuert und in die Ausstattung investiert.

Zudem hoffen die Hambührener, dass ihre geografische Lange anders bewertet wird als im Schulgutachten von Wolf Krämer-Mandeau. Denn dass Hambühren günstig liegt, ist unbestritten. Bisher wurde aber argumentiert, dass wegen dieser komfortablen Lage die Kinder aus Hambühren nach Celle oder Winsen fahren können. Dagegen sagt Adebahr, dass umgekehrt ja auch Kinder aus Celle oder Wietze und Winsen nach Hambühren kommen könnten. „Wir erwarten, dass die Haupt- und Realschule Hambühren eine faire Chance erhält und nicht noch weiter benachteiligt wird“, so der Elternvertreter.

Unterdessen teilte der Landtagsabgeordnete Adasch mit, dass mit Winsen die vierte Oberschule im Landkreis Celle genehmigt wurde, nach Eicklingen, Bergen und Wathlingen. Der Hambührener beruft sich auf Informationen aus dem niedersächsischen Kultusministerium. Die Genehmigung für den Standort Winsen gilt inklusive gymnasialem Zweig, so Adasch.